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Galakonzert zum zehnjährigen Bestehen

Phoebe Carrai als Mitglied des FOG im Portrait Galakonzert zum zehnjährigen Bestehen

Mit einem Galakonzert feiern die Händel-Festspiele am Sonntag, 15. Mai, das zehnjährige Bestehen des Festspielorchesters Göttingen, kurz FOG. Die Anregung zur Gründung stammt von der amerikanischen Cellistin Phoebe Carrai, die seit mehr als 20 Jahren regelmäßig bei den Festspielen mitwirkt.

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Die amerikanische Cellistin Phoebe Carrai.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Die bis 2005 übliche Praxis, mal dieses, mal jenes Barockorchester einzuladen, habe nicht immer zu optimalen Ergebnissen geführt, berichtet Carrai. Und so habe sie Nicholas McGegan, dem damaligen künstlerischen Leiter der Händel-Festspiele, schon 2003 vorgeschlagen, doch lieber ein eigenes Orchester einzurichten. „Nic war sofort dafür“, erzählt sie, „nur das Büro nicht.“ Denn es ist ein viel größerer organisatorischer Aufwand, ein Orchester zusammenzustellen, als ein vorhandenes Orchester zu engagieren. „Aber zwei Jahre später haben sie gesagt, okay, wir machen das.“

McGegan überließ es Carrai – Stimmführerin der Cellogruppe im FOG – , die Streicher selbst zusammenzustellen. „Das war für mich wie Weihnachten.“ Die Kollegen seien begeistert gewesen: „Alle haben sofort ja gesagt.“

Die FOG-Musiker kommen aus den gefragtesten Barockorchestern der Welt, etwa aus Frankreich, England, den USA, Dänemark, Japan, Italien und Deutschland. Konzertmeisterin ist Elizabeth Blumenstock aus McGegans Philharmonia Baroque Orchestra Los Angeles.

Von Anfang an habe das Orchester eine enorm hohe musikalische Qualität besessen. Und auch einen spezifischen Sound: „Das Publikum kann uns am Klang erkennen“, hebt Carrai hervor. „Das bedeutet sehr viel für die Festspiele.“

Derzeit ist konzentrierte Arbeit angesagt, täglich mindestens vier Stunden Proben. Am 19. April hat sich erstmals die Continuo-Gruppe getroffen, zwei Tage später sind die Stimmführer der Instrumentengruppen zusammengekommen, seit 23. April probt das ganze Orchester sein Festspiel-Programm. „Ein solches Orchester ist wie ein großes Tierchen, das viel Liebe und Pflege braucht“, sagt Carrai lächelnd.

Daneben sei die Freundschaft der Musiker untereinander ein ganz wichtiges Band. „Wir spielen zusammen, kochen zusammen, reden zusammen.“ Und nach Dienstschluss feiern sie auch gern zusammen und machen manchmal ganz andere Musik – etwa Jazz oder Folk.

Als 2011 der Wechsel in der künstlerischen Leitung von McGegan zu Laurence Cummings anstand, seien die FOG-Musiker erst etwas besorgt gewesen. Doch diese Sorgen hätten sich zerstreut. Carrai: „Wir haben großes Glück gehabt mit Laurence. Er ist sehr jung, er hat sehr viel Energie. Wir hoffen auf viele, viele schöne weitere Jahre mit ihm.“

Das Festspiel-Orchester Göttingen unter Laurence Cummings: Sonntag, 15. Mai, um 18 Uhr in der Göttinger Stadthalle.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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