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Händels Messiah in der Stadthalle

Händel-Festspiele 2016 Händels Messiah in der Stadthalle

Um Verbindungen geht es bei den Händel-Festspielen 2016. Früchte einer polnisch-deutschen Verbindung waren am Sonnabend zu genießen: bei Händels „Messiah“ mit dem Chor des Nationalen Musikforums (NFM) und dem Wrocław Baroque Orchestra, die beide in Breslau angesiedelt sind.

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Händels „Messiah“ mit dem Chor des Nationalen Musikforums (NFM) und dem Wrocław Baroque Orchestra aus Breslau in der Göttinger Stadthalle.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Das Konzert war ein Gegenbesuch. Denn eine Woche zuvor haben der NDR-Chor und das Festspielorchester Göttingen mit dem Oratorium „Susanna“ in Breslau gastiert. Es war musikalisch ein ausgewogenes Geben und Nehmen, wie sich das für gute Verbindungen gehört: Breslau erhielt eine brillante „Susanna“, dafür bekamen die Göttinger einen sehr kultivierten „Messiah“. Es war eine klanglich ausgewogene, sehr lebendige Aufführung, kontrastreich, mit angemessen kurzen Pausen zwischen den einzelnen Nummern, sodass schöne Spannungsbögen entstehen konnten.

Gründlich vorbereitet

Der sehr schlank und durchsichtig, im Alt und Bass bisweilen etwas zu zurückhaltend singende Chor war von seiner Leiterin Agnieszka Franków-Żelazny gründlich auf seine Aufgaben vorbereitet worden. Belege dafür waren etwa gestochen scharfe Koloraturen und die ruhig und souverän strömende Polyphonie in der großen Amen-Fuge. Manchmal allerdings hätte man sich mehr Mut zu kraftvoller Stimmentfaltung gewünscht.

Ähnlich kultiviert, virtuos und unaufdringlich spielt das Wrocław Baroque Orchestra. Die Instrumentalisten folgten sehr willig dem nicht ganz präzisen, aber höchst engagierten Dirigat ihres künstlerischen Leiters Jarosław Thiel. Der liebt die Extreme: Manche langsamen Tempi nahm er erstaunlich breit, um in raschen Passagen die Vokalisten bisweilen gnadenlos zu fordern.

Fast wie ein Countertenor

Im Solistenquartett glänzte die Sopranistin Mhairi Lawson (Mhairi ist eine schottisch-gälische Form von Maria) mit hellen, unangestrengten Höhen und lockeren Koloraturen. Ungewöhnlich dunkel timbriert, fast wie ein Countertenor, ist der Alt von Hilary Summers. Sie war schon einmal vor drei Jahren im Oratorium „Joseph und seine Brüder“ in Göttingen zu Gast.

Colin Balzer bestätigte in der Tenorpartie den guten Eindruck, den er bereits zu Himmelfahrt in „Susanna“ geweckt hatte. Einen schönen Stimmklang besitzt der Bariton Benjamin Bevan, der nur in den Koloraturen der furiosen Arie „Warum rasen die Heiden“ dank Thiels Tempo an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit geriet. Lang anhaltender Applaus für ein bewegendes, ausdrucksstark musiziertes Oratorium.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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