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Virtuos: Giuliani Carmignola in Göttingen

Händel-Festspiele Virtuos: Giuliani Carmignola in Göttingen

Im Rahmen der Internationalen Händel-Festspiele hat der Geigenvirtuose Giuliani Carmignola mediterrane Leichtigkeit in die Aula der Universität gebracht. Bei strahlendem Sonnenschein draußen blieben drinnen nur wenige Plätze frei.

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Giuliani Carmignola

Quelle: dpa

Göttingen. Die Zuhörer wurden reich belohnt für ihre kurzzeitige Sonnenflucht: Es ist verblüffend, welche Klangvielfalt der 1951 im italienischen Treviso geborene Carmignola seinem Instrument entlocken kann, der Barockvioline, die sich durch Darmsaiten und einen kürzeren Hals auszeichnet.

Seinen Durchbruch hatte er 1973 mit seinem Sieg beim internationalen Wettbewerb „Niccolò Paganini“ in Genua. Seither hat er sich nicht nur als Barockviolinist und Spezialist für die historische Aufführungspraxis einen Namen gemacht, sondern auch in der Klassik und wurde unter anderem mit dem renommierten Musikpreis Echo Klassik ausgezeichnet. Er arbeitete mit Musikgrößen wie Claudio Abbado, Christopher Hogwood und Peter Maag zusammen.

Aufzeichnung

Das Konzert wurde von NDR Kultur aufgezeichnet und wird am 29.5. um 22 Uhr gesendet.

Unterstützt von Francesco Galligioni (Violoncello), Ivano Zanenghi (Laute) und Davide Pozzi (Cembalo) schaffte Carmignola,  ganz gemäß dem Festspielmotto, eine Verbindung zur Musik des 18. Jahrhunderts und – mit seinem mitreißenden Spiel – zum Publikum. Musik der neapolitanischen Komponisten Porpora, Matteis, Scarlatti und Barbella stand auf dem fast zweistündigen Programm. Mit Vivaldis Sonate D-Dur (RV10) reihte sich auch ein Venezianer ein.

Carmignola spielte lässig und doch technisch brillant. Ein riesiges Spektrum an Klangfarben eröffnete sich dem Zuhörer, das die strenge Form meisterlich auflockert. Noch dazu setzte der feingliedrige Geiger  durch sein rhythmisches Stampfen zahlreiche musikalische prägnante Ausrufungszeichen. Soviel Spielfreude und Können blieben nicht folgenlos. Erst nach der vierten Zugabe ließ das Publikum die vier Musiker ziehen.

Von Marie Varela

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