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Zehn Jahre Festspiel-Orchester Göttingen

Leichter, federnder, sinnlicher Klang Zehn Jahre Festspiel-Orchester Göttingen

Sein zehnjähriges Bestehen feiert das Festspiel-Orchester Göttingen (FOG) mit einem Galakonzert bei den Internationalen Händel-Festspielen am Sonntag, 15. Mai, in der Stadthalle. Unter der Leitung von Laurence Cummings ist Musik von Händel, Bach, Quantz und anderen zu hören.

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Das Festspiel-Orchester Göttingen musiziert seit zehn Jahren bei den Internationalen Händel-Festspielen.

Quelle: EF

Bis 2005 hatten die Händel-Festspiele kein eigenes Orchester. Zwar waren immer wieder bekannte Klangkörper zu Gast, von denen etliche auch mehrfach nach Göttingen kamen. Das war schon so in den 1960er-Jahren, als Günther Weißenborn häufig das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim und das Orchester des NDR Hannover verpflichtete. Als John Eliot Gardiner 1980 die künstlerische Leitung der Festspiele übernahm, brachte er regelmäßig sein eigenes Orchester mit, die English Baroque Soloists. Daneben wurden aber stets auch andere Ensembles engagiert, von Concerto Köln über die Bremer Fiori Musicali bis zu Michael Schneiders Frankfurter Ensemble La Stagione.

 
Unter Nicholas McGegan, von 1991 bis 2011 künstlerischer Leiter der Händel-Festspiele, wurde diese Praxis zunächst beibehalten. So spielte 2000 Concerto Köln, 2001 und 2002 McGegans „Hausorchester“, das Philharmonia Baroque Orchestra San Francisco (mit dem er seit 30 Jahren verbunden ist, was in einem Galakonzert am 11. Februar 2016 in San Francisco gefeiert wird). 2003 war La Stagione engagiert, 2004 Concerto Köln, 2005 noch einmal das Philharmonia Baroque Orchestra.

 
Doch dieser häufige Wechsel war für die Kontinuität der künstlerischen Arbeit nicht förderlich. Deshalb präsentierte McGegan 2006 erstmals das Festspiel-Orchester Göttingen, um „dem gewachsenen qualitativen wie auch internationalen Anspruch der Festspiele gerecht“ zu werden, wie es im Programmheft 2006 hieß.

 
Die Instrumentalisten hatte McGegan aus führenden internationalen Barockorchestern ausgesucht. Im Programmheft 2006 sind genannt: Freiburger Barockorchester, Les Musiciens du Louvre, Musica Antiqua Köln, Amsterdam Baroque Orchestra, Akademie für Alte Musik Berlin, Philharmonia Baroque Orchestra, Concerto Köln, Les Arts Florissants, Concentus Musicus, La Petite Bande, Musica Alta Ripa, Il Complesso Barocco, Dresdner Barockorchester, Orchestra of the 18th Century, Les Talens Lyriques, Bach Collegium Japan, Concerto Copenhagen und The Academy of Ancient Music. Das liest sich wie ein Who is Who der historischen Aufführungspraxis. McGegans Konzept ging auf. Die Qualität dieses Orchesters wurde von der Musikkritik sogleich hoch gelobt für seinen großen Farbenreichtum und den leichten, federnden, sinnlichen Klang. In den folgenden Jahren spielte das Orchester nicht nur in Göttingen, sondern wurde bald auch für auswärtige Auftritte verpflichtet, so bei Gastspielen in Dresden, Halle, Edinburgh und anderswo.

 
Wie gut dieser Klangkörper zusammengewachsen ist, lässt sich mit zwei Fakten belegen. So ist das Orchester seinem Festspielort Göttingen auch beim Wechsel der künstlerischen Leitung von Nicholas McGegan zu Laurence Cummings im Jahr 2012 treu geblieben, was auch das Vertrauen der Musiker in ihren neuen Leiter bezeugt. Und zehn Jahre nach seiner Gründung gehören von den 36 aktuellen Mitgliedern immer noch fast 20 Musiker der Ur-Besetzung an.

 
Galakonzert zehn Jahre Festspiel-Orchester Göttingen am Sonntag, 15. Mai, um 18 Uhr in der Stadthalle, Albaniplatz 2. Zu hören ist es darüber hinaus bei den Opernaufführungen, beim Oratorium Susanna am 5. Mai in der Stadthalle und bei der Opern-Familienfassung am 16. Mai im Deutschen Theater.

Nicholas McGegan (l.) tanzt ausgelassen zur Musik von Miloš Valent und Sara DeCorso.

Quelle: Schäfer

Vergnügte Rundtänze

Sie sind gesuchte Spezialisten in Sachen historischer Aufführungspraxis. Aber die Musiker des Festspiel-Orchesters Göttingen bewegen sich auch fröhlich in ganz anderen Genres. Zum Beispiel 2008: Da gab es am 13. Mai nach der „Acis and Galatea“-Aufführung eine Nachfeier im Foyer der Stadthalle. Tanzmusik? Kein Problem – da setzte Miloš Valent seine Geige ans Kinn und fiedelte frisch drauf los, Volksmusik aus seiner slowakischen Heimat. Kolleginnen gesellten sich improvisierend zu ihm, etwa die Amerikanerinnen Laurie Young Stevens und Sara DeCorso. Und hier und da sorgte Violinist Henning Vater – der einzige Göttinger Musiker im FOG – am Klavier für akkordische Unterstützung.

 
Valent ist unter anderem Konzertmeister des Bremer Barockensembles Fiori Musicali und Mitglied bei Concerto Copenhagen und hat an Musikhochschulen und Konservatorien in Graz, Malmö, Genf, Bremen und Prag unterrichtet. Laurie Young Stevens ist Mitglied des Texas Early Music Project und des Philharmonia Baroque Orchestra San Francisco. Aus Alaska stammt Sara DeCorso, die unter anderem dem Ensemble Les Musiciens de Louvre angehört.

 
Von dieser Musik ließen sich etliche Gäste zum Tanzen animieren: nicht nur die gesamte Besatzung des Händel-Büros mit dem damaligen geschäftsführenden Intendanten Benedikt Poensgen und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch Nicholas McGegan. Am Ende gab es vergnügte Rundtänze bis weit nach Mitternacht.

 

Händel-Tour durch die Region

 

Auch in der Region gibt es Darbietungen der Internationalen Händel-Festspiele. Im Landkreis Osterode beginnt die Händel-Tour durch die Region.  Mit Anna Dennis und James Laing gibt es zwei Stars aus der Oper Imeneo zu erleben, die ihre liebsten Händel-Arien präsentieren. Sie sind am 8. Mai im Opern-Café im Kurhaus in Bad Lauterberg zu erleben. Das  Konzert „Sunrise!“ beginnt bereits um 5 Uhr am 14. Mai im Restaurant Graf Isang tun. Zum Sonnenaufgang lauscht das Publikum bei diesem neuen Format vor der Kulisse des Seeburger Sees der Lautenmusik von Alon Sariel.

 
In Friedland werden die  Gewinner des Wettbewerbs „Göttinger Reihe Historischer Musik“ am 13. Mai im Landhaus Biewald auftreten. Weitere Regionalkonzerte stehen im Welfenschloss Hann. Münden, im Biotechnikum der KWS Saat SE, Einbeck, im Hardenberg-Artrium, Nörten-Hardenberg, in der Markus-Kirche, Scheden, im Ursulinenkloster Duderstadt, im Muthaus, Burg Hardeg in Hardegsen und in der Kirche Waake auf dem Programm. Zu den Interpreten gehören unter anderem die Band Spark, das Ensemble Musica Alta Ripa, der Oboeist Andreas Helm, das Göttinger Symphonie Orchester und L’Aura Rilucente. jes

 

Händel bei Speis und Trank

 

Der Komponist Georg Friedrich Händel war ein Feinschmecker. Gut, dass es bei den Händel-Festspielen ein Angebot gibt, das die Freunde der Händel-Musik bei  Speis und Trank zusammenkommen lässt. Im Deutschen Theater beginnt das kulinarische Programm am Freitag, 6. Mai, um 12 Uhr mit dem Internationalen Händel-Brunch. Die Musik für Könige im Konzert „Hofnarr“ des Ensembles Musica  Alta Ripa mit dem Clown Bulip am Donnerstag, 12. Mai, im Hardenberg Atrium in Nörten-Hardenberg kann ergänzt werden um das Händel-Menü der Keiler-Schänke Hardenberg.  Im  Landhaus Biewald in Friedland werden zum Preisträgerkonzert am Freitag, 13. Mai, ein Händel-Menü und ein Händel-Buffet angeboten.  jes

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Von Redakteur Michael Schäfer

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