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Kuscheliges Plaudern mit Avi Avital

Mandolinist im Schaufenster von Betten Heller Kuscheliges Plaudern mit Avi Avital

Auch bei den diesjährigen Händel-Festspielen trifft Tobias Wolff die Musiker wieder in ungewohnt gewöhnlicher Umgebung: Im Bett. Genauer gesagt im Bett des Schaufensters von Betten Heller am Kornmarkt. Dieses Mal war Mandolinist Avi Avital zu Gast.

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Quelle: Heller

Göttingen. Die Sonne scheint und die Luft ist am vergangenen Mittwochnachmittag so warm wie lange nicht mehr in Göttingen. Auch im Schaufenster von Betten Heller wird es minütlich wärmer, wie der geschäftsführende Intendant des Festivals, Tobias Wolff, öfter anmerkt. Neben ihm auf dem Bett, ganz leger ohne Schuhe, sitzt Avi Avital. Vor dem Laden versammeln sich Interessierte, die vier bereitgestellten Holzbänke sind schnell belegt – und in den Schatten gerückt. „In Israel ist es trotzdem wärmer“, sagt der Mandolinist schmunzelnd.

Dort kommt Avital her und hier hat er mit 8 Jahren auch die Liebe zur Mandoline für sich entdeckt, durch seinen Nachbarn. Es war für ihn ein schönes Hobby und er lernte gerne nach der Schule. Auch ein paar Wettbewerbe gewann er. Doch dass Avital das spezielle Instrument einmal professionell spielen möchte, entschied er erst mit etwa 22 Jahren. Heute hat der fast 40-Jährige den Echo Klassik in der Tasche und ist ein alter Hase was Interviews und Fernsehauftritte angeht.

Ob sich da die Beziehung zum Publikum ändert und man routinierter ist, möchte Wolff wissen. „Wichtig ist, dass man als Künstler versteht: Ich bin für das Publikum da, nicht anders herum. Ich diene ihm. Das beeinflusst die Beziehung sehr. Interviews und Auftritte sind nur ein Nebeneffekt“, antwortet Avital. Das Schaufenster-Interview sei, nebenbei bemerkt, sein wohl merkwürdigstes Interview bisher.

Seit sechs Jahren schon wohnt er in Berlin. Er fühlt sich wohl in der multikulturellen und vielfältigen Stadt. Hier lebt er mit seiner kleinen Familie. Früher einmal sei er ein Langschläfer gewesen, so Avital. Das hat sich aber schnell geändert, als sein Sohn vor vier Jahren auf die Welt kam. Er ist viel unterwegs und genießt das sehr, freut sich aber auch immer wieder, nach Hause zu kommen.

Berlin und Deutschland sind für Avital zu Hause geworden. Immer wieder wirft er deutsche Sprachfetzen ins Gespräch mit ein. Dann ist Zeit für Zuschauerfragen. Mit wem habe er schon immer einmal auf einer Bühne stehen wollen? „Sting, er ist der Beste, ein echter Künstler!“ Ein wenig intimer werden die Fragen: Ob er einen Schlafanzug im Bett trägt, fragt eine Frau aus dem Publikum. Und was es mit den knallgrünen Socken auf sich hat. „Ich stehe einfach auf bunte Socken“, antwortet Avital schlicht.

Avi Avital tritt heute, 18. Mai, um 20.30 in Einbeck im Biotechnikum, Grimsehlstraße 31, auf. Gemeinsam mit dem libanesischen Poetry Slammer Pierre Jarawan wird er eine besondere Show bieten. „Was würden die Meister dazu sagen?“, diese Frage stellen sich die Künstlerinnen um 20 Uhr, wenn sie Bach und Händel auf modernen Instrumenten spielen. Dieser Interpretation kann in der Art Supplement Galerie, Burgstraße 37a in Göttingen, gelauscht werden.

Am Freitag, 19. Mai, kann um 18 Uhr in der St. Jacobi-Kirche, Jacobikirchhof 1, eine Orgelmesse von Johann Sebastian Bach erlebt werden. Die Premiere von Lotario wird im Deutschen Theater, Theaterplatz 11, um 18 Uhr präsentiert. Weitere Informationen zum Programm und Tickets zu den einzelnen Veranstaltungen unter haendel-festspiele.de.

Von Natascha Holstein

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