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Alt-Schweizer Moor beim Göttinger Literaturherbst

Ziemlich maximal Alt-Schweizer Moor beim Göttinger Literaturherbst

Der Moderator Max Moor hat am Sonntag im Deutschen Theater sein schauspielerisches Können maximal eingesetzt. Gut 25 Seiten las der gebürtige Schweizer aus seinem Buch „Als Max noch Dietr war. Geschichten aus der neutralen Zone“ beim Göttinger Literaturherbst.

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Der Moderator Max Moor hat am Sonntag im Deutschen Theater sein schauspielerisches Können maximal eingesetzt.

Quelle: Heller

Göttingen. Da hat er sich schön erinnert und beschreibt herrlich die Sicht eines 12-Jährigen auf die Schweiz.

Dort ist Max Moor 1958 in Zürich geboren und erhielt den Vornamen Dieter. Vor einigen Jahren hat er sich einen anderen Vornamen gegeben, war zu dieser Zeit bereits als Fernsehmoderator bekannt und lebte in seiner Wahlheimat Brandenburg.

Wenn Moor das ARD-Kulturmagazin „Titel, Themen, Temperamente“ moderiert, hört man kaum, dass er mit dem Schweizerischen groß geworden ist. Der große Grauhaarige mit dem markanten Gesicht beherrscht es aber wohl noch bestens, soweit das im hochdeutschen Leinetal beurteilt werden kann. Als Lesestoff sind seine Geschichten aus der neutralen Zone ziemlich unterhaltsam. Liest Max Moor sie vor, machen sie Spaß - maximal.

Nach einer Einführung ins Schweizerische, aber nicht ins Schweizerdeutsch, kommt Moor mit den Erinnerungen an seine Sicht auf die Schweiz, die Familie, deren Ansichten und seine Meinung als Zwölfjährigem gut in Fahrt. Er klärt auf, dass ziemlich maximal etwas einschränkt und auf der sicheren Seite nur ist, wer maximal ohne Attribute gebrauchen kann. Anders verhält es sich mit dem Wörtchen „odr“, mit dem die Schweizer gerne ihre Sätze fragend beenden.

Wer meint, hier Unsicherheit vermuten zu können irrt: „Es ist eine Bestätigung der Aussage wie das ,hugh' bei Karl Mays ,Winnetou'“, lässt Moor wissen. Und er klärt auch darüber auf, dass im Schweizerischen ein Satz mit vielen Füllwörtern die mündliche Ablehnung länger macht und damit umso eindeutiger. Maximal und ziemlich maximal sind also vergleichbar mit sehr gut und gut, sicher oder fast sicher.

So ist das Publikum, das viel zu lachen hat in diesen eineinhalb Stunden am Sonntagnachmittag, bestens vorbereitet auf Moors herrlich gegebene Lesung. Den Alt-Schweizer und Neu-Brandenburger zu hören und zu sehen, wenn er davon erzählt, wie er als Dietr die Schweiz sah und glaubte, es sei das größte Land der Welt, ist maximale Unterhaltung. Ohne den Max, also nur das Buch über den Dietr zu lesen, ist das alles mal gerade ziemlich maximal.

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