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Doris Dörrie kommt zum Literaturherbst Göttingen

Göttinger Literaturherbst Doris Dörrie kommt zum Literaturherbst Göttingen

Noch steht das Programm des 24. Göttinger Literaturherbstes vom 9. bis zum 18. Oktober nicht komplett – in zehn Tagen soll aber alles zusammen sein, erklärt Johannes-Peter Herberhold, Geschäftsführer der Lesetage. Schon jetzt kann er sagen: „Es wird ein Festival der starken Frauen – ergänzt von starken Männern.“

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Mit neuem Roman beim Literaturherbst: die Schriftstellerin und Regisseurin Doris Dörrie.

Quelle: dpa

Göttingen. Fest steht, dass Doris Dörrie, Jahrgang 1955, ihren neuen Roman beim Literaturherbst vorstellen wird. Dörrie, die 1985 als Regisseurin der Filmkomödie „Männer“ einem breiten Publikum bekannt wurde, hat auch schon eine Göttingen-Vergangenheit. Sie inszenierte 2009 bei den Internationalen Händel-Festpielen Göttingen die Oper „Admeto“.

Die Schriftstellerin Jojo Moyes, geboren 1969, schaffte ihren Durchbruch mit dem Werk „Ein ganzes halbes Jahr“. Darin erzählt sie die Liebesgeschichte einer jungen Frau, die für sechs Monate als Pflegerin eines Mannes engagiert wird, dessen Arme und Beine gelähmt sind. Hollywood erwarb die Filmrechte an dem Stoff, eine Fortsetzung des Romans soll erscheinen. Auch Moyes wird zum Literaturherbst kommen.

Die Romane der israelischen Autorin Zeruya Shalev, Jahrgang 1959, wurden in mehr als 22 Sprachen übersetzt. In Deutschland bekannt wurde sie mit dem ersten Band ihrer Romantrilogie „Liebesleben“, „Mann und Frau“ und „Späte Familie“. Nach dem ersten Teil der Reihe schrieben die Schauspielerin Maria Schrader und Laila Stieler das Drehbuch für den gleichnamigen Film, der 2007 Kinostart hatte. Shalev, die bei einem Selbstmordattentat schwer verletzt wurde, wird mit Schrader und der in Israel geborenen und in Westberlin aufgewachsenen Journalistin Shelly Kupferberg nach Göttingen kommen.

Eine Zusage habe es auch von dem Literaturnobelpreisträger Günter Grass gegeben – „drei Tage vor seinem Tod“, berichtet Herberhold. Kommen wird allerdings – zum ersten Mal seit einigen Jahren – Wiglaf Droste. Er soll in Einbeck lesen, denn auch bis dorthin soll sich der Literaturherbst ausbreiten, sagt Klaus Wettig, Beiratsmitglied des Literaturherbstes.

Und weiter: „Wir müssen aus Göttingen heraus, wir werden ein südniedersächsisches Festival.“ Die Erweiterung nach Duderstadt habe 2014 bereits funktioniert. In diesem Jahr soll neben Einbeck auch Hann. Münden als Veranstaltungsort hinzukommen, 2016 soll es Angebote in allen Gemeinden des Landkreises geben, das erste auch in Osterode.

Der Bereich Sachbuch soll weiterhin stark vertreten sein, sagt Herberhold. Er  nennt es „Alleinstellungsmerkmal“, denn die Verbindung von Belletristik und Sachbuch könne kein weiteres Festival in Deutschland vorweisen. Im Welfenschloss in Hann. Münden wird Johannes Willms sein Sachbuch „Waterloo – Napoleons letzte Schlacht“ vorstellen.

Garant für ein qualitativ hochwertiges Programm sind die Göttinger Max-Planck-Institute, die sich schon einige Jahre intensiv beim Literaturherbst engagieren. Auch die Akademie der Wissenschaften ist dabei. Und ein Vertrag mit der Göttinger Universität stehe kurz vor der Unterschrift, sagt Herberhold.

55 Veranstaltungen in zehn Tagen planen Herberhold, Wettig und ihre Mitstreiter. Mehr als 20 Veranstaltungsorte stehen im Programm. Der Etat dafür umfasst 153 000 Euro, 2016 sollen es bereits 224 000 Euro sein. Die VGH-Stiftung sei als Förderer erneut eingestiegen, sagt Wettig, „da fließt jetzt wieder Geld“.

Auch kleinere Stiftungen fördern. Ziel sei es laut Wettig, die Drittelfinanzierung zu realisieren: ein Drittel des Etats soll aus öffentlicher Förderung kommen, das zweite von Stiftungen, das dritte soll das Festival selbst erwirtschaften. Das Land Niedersachsen, das das Festival vor einigen Jahren noch förderte, bleibt weiterhin außen vor. „Die bisherige Antwort von Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne) war unbefriedigend“, sagt Wettig.

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