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Hirnforscher Jäncke beim Göttinger Literaturherbst

Wissenschaftsreihe Hirnforscher Jäncke beim Göttinger Literaturherbst

Lutz Jäncke, Hirnforscher an der Universität Zürich, erklärt in seinem neuen Buch "Ist das Hirn vernünftig?" die Entwicklung und Funktion des Denkorgans. Über unbewusste Prozesse des menschlichens Handelns berichtet er in der Reihe "Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst" am Sonntag, 11. Oktober.

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Lutz Jäncke

Quelle: CH

Göttingen. Das menschliche Gehirn macht den Menschen lernfähig, selbstbewusst und anpassungsfähig. Aber wie kommt es zu einem angemessenen Verhalten? Gibt es unbewusste Prozesse, die einen Einfluss auf unser Verhalten ausüben, quasi ein Autopilot in unserem Kopf?

Dem Unbewussten als faszinierenden Bereich des menschlichen Verhaltens nähert sich Lutz Jäncke in seinem Buch “Ist das Hirn vernünftig? Erkenntnisse eines Neuropsychologen“.

Auf humorvolle, interessante und anschauliche Weise erklärt Jäncke (58), wie das, was wir wahrnehmen, in unserem Gehirn aufgenommen wird und wie das, was unser Gehirn an Informationen gespeichert hat, unsere Wahrnehmung beeinflusst. Basiert jedes vermeintlich vernünftige Verhalten auf Vernunft und Erkenntnisvermögen? Nicht zwingend.

Während wir also meinen, bewusst und vernünftig-kalkulierend Entscheidungen zu fällen, beispielsweise in trivialen Fällen bei der Auswahl der richten Zahnpasta, oder, weitaus belangreicher, beim Kauf eines Haues, spielen unbewusste Prozesse im Kopf eine nicht zu vernachlässigende Rolle für unser Verhalten.

An der Schnittstelle von Philosophie, Psychologie und Medizin gelingt es Jäncke, Professor an der Universität Zürich mit den Forschungsschwerpunkten Gehirn und Musik, das interdisziplinär interessante menschliche Entscheidungsverhalten zu beleuchten. Dabei begeht er auch „Seitensprünge“ in ihm fachfremde Gebiete, zeichnet beispielweise die philosophische Debatte über das Wort „Vernunft“ seit Descartes kurzweilig nach.

Der Mann, der beim Candle-Light-Dinner die neue Frisur seiner Frau nicht bemerkt; der freundliche Passant, dem man automatisch zurücklächelt; Richter, die nach dem Frühstück mildere Urteile fällen als mitten am Tag: Auf Basis einiger wohlbekannter, manchmal kurioser Beispiele aus Forschung und Alltag seziert Jäncke, was schrittweise im Gehirn passiert, wenn wir handeln. Am Ende jedes Kapitels folgt eine bündige Zusammenfassung, was das populärwissenschaftliche Werk noch eingängiger macht.

Grafiken, Diagramme und inhaltliche Rückgriffe auf relevante Studien ergänzen den Lesestoff. Interessierte Laien werden durch die Interdisziplinarität und das Geschick Jänckes, die hochkomplizierte Funktionsweise unseres Gehirns humorvoll, anschaulich und spannend darzustellen, angesprochen.

Lutz Jäncke: “Ist das Hirn vernünftig? Erkenntnisse eines Neuropsychologen”. Huber-Verlag, 322 Seiten, 24,95 Euro.

 

Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst
Neue Bücher und Forschungserfolge von neun Wissenschaftlern sind Thema beim Göttinger Literaturherbst. Zum neunten Mal findet die Reihe "Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst" während des Festivals vom 9. bis 18. Oktober in der Paulinerkirche, Papendiek 14, statt. Eröffnet wird sie am Freitag, 9. Oktober, um 19 Uhr von Physiker Harald Lesch. Mit Helmut Grubmüller vom Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie unterhält sich Lesch über "Die Entdeckung des Higgs-Teilchens". Die Frage "Ist das Hirn vernünftig?" erörtet Autor Lutz Jäncke am Sonntag, 11. Oktober, um 19 Uhr mit Nils Brose vom Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin. Die Reihe "Wissenschaft beim Literaturherbst" wird unterstützt von den Göttinger Max-Planck-Instituten. jes
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