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Lesung der Fußball-Autoren Ronald Reng und Christoph Schröder

Göttinger Literaturherbst Lesung der Fußball-Autoren Ronald Reng und Christoph Schröder

Der eine schlagfertig, der andere charmant: Einen kongenialen Auftritt haben beim Göttinger Literaturherbst am Dienstagabend im fast vollbesetzten Saal des Alten Rathauses die Fußball-Autoren Ronald Reng und Christoph Schröder abgeliefert  -  im Fußballdeutsch würde man von “blindem Verständnis” sprechen.

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Blendend aufgelegt: Ronald Reng (l.) und Christoph Schröder.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Gleichberechtigt in der Rezeption sind die beiden Fußballfans allerdings nicht, denn Reng, vielen Lesern als Autor der Biografie von Robert Enke oder als langjähriger SZ-Autor bekannt, ist eindeutig der Star des Abends. Er hat jüngst ein Buch über die aufregende Karriere des ehemaligen Talentjägers (“Scout”) Lars Mrosko herausgebracht, den sein Weg, von Mirko Slomka bei Tennis Borussia Berlin entdeckt, bis zum FC Bayern und zum VfL Wolfsburg geführt hat.

Es geht um die unbekannte Seite des Profi-Zirkus, die Geheimnisse, die weder in der Bild-Zeitung, noch bei Sport 1 ausgeplaudert werden: Wie ist Felix Magath wirklich? Weil es sich anbietet, gehen die Lese-Abschnitte fließend über ins Erzähen von Anekdoten, und diese Mischung macht einfach Spaß, zumal die Protagonisten des Abends blendend in Form sind. Auch Lothar Matthäus habe bei ihm angefragt, ob er ihm beim Schreiben einer Biografie zum 50. Geburtstag unterstützen möchte, berichtet Reng. Autobiografie oder Biografie, habe er gefragt. “Es sollen schon viele Zitate von mir drin stehen”, lautete die Antwort. Reng habe sich vorgestellt, wie es ist, stundenlang dem “Loddar" gegenüberzusitzen und ihm zuzuhören - und abgesagt.

Der geschmeidige Schröder, dessen Passion die Schiedsrichterei ist, ergänzt Rengs Passagen durch brüllend komische Anekdoten vom Alltag auf den Sportplätzen der unteren Ligen wie der vom  beleibten, älteren Kreisliga-Schiedsrichter, dessen Bewegungsradius sich auf den Mittelkreis erstreckte. Lief er doch mal etwas weiter, riefen die Spaßvögel unter den Zuschauern postwendend: “Übergetreten".

Reng berichtete vor einigen Wochen im Tageblatt-Gespräch für eine Literaturherbst-Beilage, dass er gar nicht wisse, mit wem er die Lesung bestreite. Das ist kaum zu glauben angesichts der Eingespieltheit, mit der sich die beiden waschechten Hessen an einem vergnüglichen Abend die Bälle zuspielen. Wie einst Netzer und Delling.

Von Eduard Warda

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