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Rocko Schamoni liest aus „Fünf Löcher im Himmel“

Unterhaltsame Depressionen Rocko Schamoni liest aus „Fünf Löcher im Himmel“

Auf dem Tisch zwei Flaschen Bier, die Lesebrille ins Haar hochgeschoben, sitzt Rocko Schamoni grinsend vor seinem Publikum im ausverkauften Alten Rathauses. Er freue sich, über die „Göttlinger“, die in diese „schöne, alte Graffity-Halle“ gekommen seien. Schamoni ist Komiker und Musiker, Schriftsteller und Schauspieler.

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Quelle: Vetter

Göttingen. Schamonis neues Buch „Fünf Löcher im Himmel“ handelt von Paul, einem Mann, dessen Vater Alkoholiker war und der nun selber einer ist. Er hat nichts mehr, außer einem Tagebuch, das er als 17-Jähriger schrieb.

Die Geschichte ist nicht lustig und doch lachen alle, während Schamoni liest. Er schnauft ins Mikrofon wie ein kranker alter Mann. Er kommentiert sein Buch und seine Art es vorzulesen, sodass den Zuhörern nicht mehr klar ist, was dort wirklich steht und was er sich gerade ausdenkt. Er legt bedeutungsvolle Pausen ein, sodass Pauls traurige Gedanken zu lustigen Pointen werden. Und er verspricht sich mehrmals.

Schamoni geht routiniert darüber hinweg und behauptet: „Ich komme aus einem Ghetto in Hamburg, wo gefährliche Worte einfach in die Länge gezogen werden.“ Zwischendurch trägt er Lieder vor zusammen mit dem Musiker Matthias „Tex“ Strzoda. Die musikalische Einlage zündet beim Publikum jedoch nicht so wie die Lesung.

Von Jorid Engler

Rocko Schamoni: „Fünf Löcher im Himmel“, Piper, 192 Seiten, 16,99 Euro.

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