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Zeruya Shalev stellt „Schmerz“ im Deutschen Theater Göttingen vor

Literaturherbst Zeruya Shalev stellt „Schmerz“ im Deutschen Theater Göttingen vor

Die in Jerusalem lebende Autorin Zeruya Shalev hat Angst vor einem Attentat. Nach einem Selbstmordanschlag  musste sie vor zehn Jahren sechs Monate im Krankenbett verbringen. In ihrem jüngsten Buch „Schmerz“ hat sie das zum Thema gemacht. Im Deutschen Theater hat sie es am letzten Tag des Literaturherbstes vorgestellt.

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Zeruya Shalev beim Literaturherbst im Deutschen Theater Göttingen

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Iris wurde vor zehn Jahren bei einem Terroranschlag schwer verletzt. Die Protagonisten des Romans glaubt, das Trauma hinter sich gelassen zu haben. Doch die Begegnung mit ihrer Jugendliebe Eitan wirft sie komplett aus der Bahn. Als 17-Jähriger hatte er sie gnadenlos aus seinem Leben befördert, jetzt fühlt sie sich wieder zu ihm hingezogen und kann es selbst nicht begreifen. Ihre Ehe steht auf dem Spiel, auch die Beziehung zu ihren Kindern. Wie wird sie sich entscheiden?

 

Drei Frauen waren am Sonntag im nahezu ausverkauften Großen Haus des Deutschen Theaters zusammengekommen, um dieses Buch und die Umstände seiner Entstehung vorzustellen: neben der Autorin die 1974 in Tel Aviv geborene und in Berlin aufgewachsene Rundfunkjournalistin Shelly Kupferberg und die Schauspielerin Maria Schrader. Sie kennen sich schon länger und schätzen sich offensichtlich. Viel Lob verteilen sie sich gegenseitig. Die Autorin wird für ihre Sprache geschätzt, sie gilt vielen als die aktuelle Stimme Israels, die Schauspielerin für die samtene Art, die Auszüge zu lesen. Kupferberg moderiert wortgewandt und kenntnisreich.

 

Sie habe nie über den Anschlag schreiben wollen, erklärte Shalev, obwohl viele Freunde, darunter auch Schriftsteller, ihr dazu rieten. Schreiben habe nicht zur Therapie werden sollen. Als sie schließlich mit „Schmerze“ angefangen habe, sei die Geschichte ganz natürlich gekommen. Und: Sie habe keine persönliche, sondern eine universelle Sicht auf das Geschehen. „Das Attentat ist Iris widerfahren, nicht mir.“

 

Sie sei „eine Meisterin der komplexen Gefühlswelten“, sagte Kupferberg über Shalev. Sie schreibe weniger politisch, mehr aus Interesse an der Beziehungen zwischen den Menschen. „Ich wollte nie über Politik schreiben“, antwortete Shalev. „Literatur und Politik sind kein gutes Paar.“ Das Publikum applaudierte schließlich sehr ausdauernd.

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