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NDR 2 Soundcheck-Finale: 6000 Zuschauer feiern ausgelassen

Lokhalle Göttingen NDR 2 Soundcheck-Finale: 6000 Zuschauer feiern ausgelassen

Bis weit nach Mitternacht ging „Das Finale: Musikszene Deutschland“, die große Party, mit der das diesjährige Soundcheck-Festival endete. Der Abend bot eine gelungene Mischung aus Konzert, Konzertmitschnitten und Interviews mit den Künstlern.

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Quelle: EF/Axel Herzig

Göttingen. Johannes Oerdings Song „Alles brennt“ könnte als Motto gelten. Sowohl die Temperaturen als auch die Stimmung waren aufgeheizt und die knapp 6000 Zuschauer in der Lokhalle feierten über weite Strecken ausgelassen ihre Stars aus der aktuellen Musikszene. Und davon gab es beim Finale einige auf dem roten Sofa zum Gespräch, aber vor allem natürlich auf der Bühne.

 

 

Nachdem sich das textsichere und zum Mitsingen aufgelegte Publikum mit dem sympathischen Philipp Dittberner auf „Wolke 4“ begeben hatte, wurde es bei der marokkanisch-deutschen Sängerin Namika bei einer charmanten Mischung aus alternativem Pop mit Hip-Hop-Beats und thematisch treffsicheren Texten „Hellwach“.

Als Joris die Bühne betritt, gibt es kein Halten mehr. Auch bei den Zuschauern lautet die Devise „Herz über Kopf“ und der junge, energetische Künstler zeigt sich überwältigt und nicht nur beim Klavierspiel ekstatisch. Auch Sänger Max Mutzke beschwört mit seiner atemberaubenden Soul-Stimme und dem Song „Unsere Nacht“ die großartige Stimmung und tut sich am Ende noch spontan mit Clueso zusammen, der auch ohne Führerschein den Weg von Erfurt nach Göttingen fand und Hits wie „Chicago“, „Cello“ und weitere von seinem neuen Album „Stadtrandlichter“ im Gepäck hatte.

Richtig mutig und eine Aufgabe für die Sicherheitskräfte war der aus Münster stammende Sänger Johannes Oerding, der die Bühne verliess um auf Tuchfühlung mit den Fans zu gehen. Beim romantischen Song „Heimat“ gleicht die Menge einem Lichtermeer. Ein gelungenes Finale dieses Musikereignisses.

 

 

 

 

 
„Verdammt, ich schieb dich“

Rund um die Citystage beim NDR2-Soundcheck-Festival tobt drei Tage lang das Leben. Besucher genießen das Konzert- und Interviewprogramm, die Live-Konzertaufnahmen, die auf der Leinwand gezeigt werden und die Möglichkeit, Leute zu treffen.

„Weißt du, was ich gerade gesehen habe? … Jarryd James! 'Do you remember' – und das für umsonst“, spricht eine junge Frau völlig begeistert in ihr Handy. Und sie ist nicht die Einzige, die das Festival-Treiben rund um den Albaniplatz genießt.

„Stark, das hat mir gut gefallen“, meint Renate Kahl nach der Konzertübertragung der Band Kodaline. Im vergangenen Jahr sei sie erstmals auf dem Festival gewesen, und weil es ihr so gut gefallen habe, sei sie dieses Mal spontan gekommen, um ein bisschen von dem Treiben mitzubekommen. „Dabei sein und gucken, die Atmosphäre genießen, nette junge Leute kennenlernen und die Interviews auf der Bühne mitkriegen“, hat die 61-Jährige aus Salzgitter auf dem Programm. Und so kann sie sich auch über ein Interview mit Max Mutzke freuen, der völlig überraschend noch kurz vor dem Auftritt von Mikky Ekko auf der Citystage auftaucht.

Im Interview auf dem orangefarbenen Sofa plaudert Mutzke zwischen zwei Soundchecks entspannt mit Elke Wiswedel. Zehn Fragen stellt ihm die Moderatorin, unter anderem fragt sie nach einem Geheimnis. Damit will der Musiker dann doch nicht aufwarten, aber eine Geschichte aus seiner Kindheit fällt ihm ein. Wie er häufiger mal seinen Trettraktor die steilen Straßen in seinem Heimatdorf im Schwarzwald hochgeschoben hat und dazu frei nach Matthias Reims Hit sang: „Verdammt, ich schieb dich.“ Nächste Frage der Moderatorin: „Wann hast du zuletzt gelogen?“ „Eben gerade“, antwortet Mutzkes und sorgt für einige Heiterkeit auf dem Platz.

„Die Einführung von der Citystage ist super gelungen, ein schöner kleiner Campus und eine schöne Atmosphäre“. So bringt der 33-jährige Kevin Kahl seine Eindrücke auf den Punkt.

Nach den sechs gut besuchten Live-Konzerten auf der Bühne vor der Stadthalle tobt hier am Sonnabendabend noch mal so richtig das Leben. Der Albaniplatz ist brechend voll. Man trifft sich, plaudert und genießt die Übertragung des Abschlusskonzertes aus der Lokhalle. Ein fröhliches Brummeln liegt über dem Platz und gute Stimmung bei guter Musik. Göttingen ist Festivalstadt. Wie schön, auch nächstes Jahr wieder.

Von Karola Hoffmann

 

 

 

 

Termin für 2016 steht schon fest

Das Festival „Soundcheck Neue Musik“ des Radiosenders NDR 2 hatte an drei Tagen 35 000 Besucher. 23 Künstler sorgten für das große Interesse: James Bay oder Jess Glynne bei den Einzelkonzerten, Joris und Clueso beim Finale in der Lokhalle am Sonnabend.

Für das nächste Festival „NDR 2 Soundcheck Neue Musik“ in Göttingen sind bereits Eintrittskarten erhältlich, der Termin steht fest: 15. bis 17. September 2016. In diesem Jahr war die Bandbreite der Musikrichtungen groß. Und sowohl das Finale „Musikszene Deutschland“, das 6000 Menschen in der Lokhalle erlebten, als auch die meisten Konzerte waren ausverkauft, manche schon sehr bald nach Vorverkaufsbeginn.

„Drei Tage großartige Shows, drei Tage hervorragende Künstler. Wir haben ein qualitativ extrem hochwertiges und musikalisch breites Line-Up erlebt“, so NDR 2-Programmchef Torsten Engel. „Im nächsten Jahr kommen wir wieder – und feiern das fünfte Soundcheck-Festival“, so Engel weiter bei der Pressekonferenz in der Lokhalle. Daran nahm auch Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) teil. Als Musikfan und Anhänger des Soundcheck-Festivals, betonte Köhler, dass es perfekt zur Stadt passe, in der viele junge Menschen leben. In diesem Jahr hatte NDR 2 für in Göttingen lebende Flüchtlinge 150 Freikarten für drei verschiedene Konzerte zur Verfügung gestellt. Mit dieser Geste habe NDR „die Menschen überrascht und hocherfreut“, berichtete Köhler.

Erstmals wurde in diesem Jahr das Finale im NDR-Fernsehen übertragen. Deren Verantwortliche, so Engel, seien im Vorjahr vor Ort gewesen. Das habe sie überzeugt, in diesem Jahr am selben Abend zu senden.

Zum zweiten Mal war der Albaniplatz Treffpunkt des Festivals. Mit den Live-Acts dort sei die City-Stage fünfte Location geworden, so Engel, wo unter anderem Rhodes und Mikky Ekko gastierten. Und das Programm begann gleich am Donnerstag mit der Übertragung von Sarah Connors Eröffnungskonzert dem anschließenden City-Stage-Auftritt von Michael Patrick Kelly. Neu war auch die Dramaturgie des Finales: Nach den Sets von Clueso, Johannes Oerding, Max Mutzke, Joris, Namika und Philipp Dittberner bis Mitternacht sorgte danach DJ Robin Schulz für eine spektakuläre After-Show-Party.

Von Marie Varela

►Kommentar: Göttingen im Showgeschäft

Für die einen war es der Hammer, für die anderen war alles super, und die nächsten lobten die geile Party: Gemeint waren die  zehn Konzerte oder das Programm der City-Stage auf dem Albaniplatz oder das Finale in der Lokhalle – in jedem Fall das Festival „NDR 2 Soundcheck Neue Musik“ in Göttingen.

Zum vierten Mal in der Stadt, die wieder für drei Tage zur „Soundcheck-City“ wurde. Und das mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit. Sehr entspannt ging es zu, wenn nicht gerade Fans um die besten Plätze vor der Bühne rangelten oder die Hitze und Aufregung im Gedränge die ein oder andere Ohnmacht herbeiführten. Aber auch das gehört zum Fan-Business.

Im Showgeschäft der Newcomer wird Göttingen zunehmend zu einem Begriff. Den Künstlern gefällt das Rundum-Wohlfühl-Paket, das das NDR 2-Team für sie schnürt, ebenso wie die Begeisterung der Fans in den proppevollen Konzerthallen. Den Besuchern aus der Region, der Republik und dem Ausland gefällt die exquisite Musikauswahl. Und die Stadt gefällt sich als zunehmend bekannte Adresse der Musikszene. Das bringt Vorteile von Bekanntheit bis Einnahmen, auf jeden Fall ein besonderes Stadtfest – immer wieder im September.

Von Angela Brünjes

Angela Brünjes

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Quelle:
 

 

 

Philipp Dittberner

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Foto: Mischke

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