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Rock am Kauf Park am Sonnabend in Göttingen

Thema des Tages Rock am Kauf Park am Sonnabend in Göttingen

Zum 13. Mal messen sich am Sonnabend Nachwuchsbands beim „Rock am Kauf Park“. Ab 20 Uhr stehen Better Treatment, Stoned God und Kyles Tolone im Finale auf der Bühne. Aktuelle Eindrücke vom Konzertabend gibt's unter #goerockt bei Facebook und Twitter.

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Das Publikum feiert beim „Rock am Kauf Park“ 2014 mit Jana Eisenbarth (links oben), Sängerin der Siegerband „Blindlinks“.

Quelle: Heller

Göttingen. Drei Bands haben sich gegen zwölf Konkurrenten durchgesetzt und treten bei der 13. Ausgabe des Bandwettbewerbs „Rock am Kauf Park“ an: Kyles Tolone, Better Treatment und Stoned God. Eine Jury, besetzt mit Tageblatt-Mitarbeitern hatte sich ausführlich mit dem eingesandten Musikmaterial befasst und nach intensivem Abwägen für diese Bands entschieden. Der Gewinner erhält einen Aufnahmetag in den Peppermint-Studios in Hannover und einen Auftritt beim Erlebnis-Turnfest im kommenden Jahr, bei dem als Headliner die Guano Apes angekündigt sind.

 
Der Abend, durch den der Antenne-Niedersachsen-Moderator Uwe Worlitzer führt, startet um 20 Uhr. Bis zu 4000 Besucher waren in den vergangenen Jahren zu „Rock am Kauf Park“ gekommen, ähnlich viele erhoffen sich die Veranstalter auch in diesem Jahr.

 
Während der kurzen Umbauten zwischen den Auftritten der drei Bands präsentiert die Göttinger Dance Company auf einer zweiten Bühne Auszüge aus ihrem Programm. Im Anschluss an die musikalischen Darbietungen tritt eine Jury zusammen, zu der unter anderem ein Mitglied der Vorjahresgewinner Blindlinks, ein Musiker des Hauptacts an diesem Abend und Tageblatt-Redakteur Michael Brakemeier gehören. Das Gremium entscheidet, wer den Wettbewerb gewinnt. Im Anschluss an den Wettbewerb startet die Göttinger Band Merry-Go-Round ihren dynamischen Auftritt.

 
Die Organisatoren schätzen „das große Potenzial vieler Musikbands in der Region. Die drei besten haben die Chance, sich professionell darzustellen.“ Unterstütz wird das kleine, aber feine Festival, das kostenlos besucht werden kann, von der Volksbank Göttingen, Sound & Vision, Coca-Cola, Antenne Niedersachsen, Warsteiner Brauhaus, GSB Veranstaltungsagentur, Autohaus Blessin und Göttinger Tageblatt.

 

Kostenlose Busse
Für die Festivalbesucher wird ein kostenloser Buspendeldienst eingerichtet. Am Sonnabend, 29. August, starten dei Fahrzeuge von Steig B am Busbahnhof um 19, 19.30 und um 20 Uhr in Richtung Kauf Park. Zurück geht es dann wieder um 23, 23.30 und um 24 Uhr bis zum Busbahnhof. pek
 
Partymusik nach dem Wettbewerb

Die Band Merry-go-round, zu Deutsch: Karussell, ist eine feste Größe in der Musiklandschaft der Region – und inzwischen längst darüber hinaus. Ihr sehr eigenständiger Mix aus flottem Rock, eingängigem Pop und sehr tanzbaren Ska hat das Sextett – Sach Kugler (Gitarre), Mirco Turinsky (Trompete), Sascha Pelzel (Gesang, Gitarre), Phillip Holländer (Posaune), Johannes Förster (Schlagzeug) und Sebastian Stryz (Bass) – zu einer sehr gefragten Liveband gemacht. Menschen, die zu den Konzerten von Merry-go-round gehen, versprechen sich davon viel Spaß und gute Laune. Und genau das liefert die Band mit ihren schweißtreibenden Auftritten.

 
Vor rund zehn Jahren gründete sich Merry-go-round in studentischem Umfeld. Klar, Musiker stiegen aus, neue kamen dazu, doch das Gerüst blieb immer bestehen. Und Frontmann Sascha Pelzel sorgt ebenfalls für Kontinuität. Die wohl spektakulärsten Auftritte hatte die Band im Vorprogramm von Jennifer Rostock und beim Festival Skaexplosion. Zwei komplette Alben hat Merry-go-round herausgebracht, dazu einen EP mit fünf Titeln. Bei Rock am Kauf Park werden die temperamentvollen Musiker als Hauptact nach dem Wettbewerb sicher noch einem für ausgelassene Partystimmung sorgen. pek

 
Better Treatment: Hart und herzlich

Sie leben in einer Kurstadt, und entsprechend ist das Angebot an den langen Abenden in Bad Arolsen. Doch die Musiker der Band Better Treatment machen sich ihr eigenes Programm. Dennis Ott (30, Gitarre), Moritz Häuser (24, Gitarre), Laura Wegener (20, Gesang), Tobias Sauer (28, Schlagzeug) und Marc Siebert (28, Bass) spielen seit eineinhalb Jahren zusammen und haben sich dem Alternative Rock verschrieben – „mit harten Anleihen“, erklärt Siebert. „Unsere Musik ist hart genug, aber nicht hardcore“, fügt Wegener hinzu.

 
Inspirieren lassen sich die Bandmitglieder von Gruppen wie „A Day To Remember“ oder „Rise Against“. Der Song „Ignite“ hat sogar japanische Einflüsse. „Wenn man sich auf die Sprache einlässt, ist J-Rock wirklich gute Musik“, meint Siebert.

 
Ein Jahr lang habe es gedauert, bis ihre erste Setlist stand. „Wir wollten etwas haben, was Hand und Fuß hat“, erklärt Wegener. Das Schreiben der Songs gehe aber auch schon mal schneller vonstatten: In nur 15 Minuten sei der Song „Hold me tight“ entstanden. „Ich kam in den Raum, die Jungs haben irgendwas geklimpert. Ein Songtext flog da auch noch irgendwo herum, und wir haben dann was draus gemacht“, erzählt Wegener von der sympathisch-unkonventionellen Arbeitsweise der Band. Sowohl Gute-Laune-Songs als auch nachdenkliche Stücke aus dem Leben der Musiker finden sich unter den 14 eigenen Liedern. Sängerin Wegener verleiht ihrer Stimme dabei stets die richtige Mischung von hart und herzlich.

 
Die Band bezeichnet sich als „absolute Liveband“. Es sei „das Gefühl, auf der Bühne zu stehen, die Rückmeldung vom Publikum zu bekommen“, was Live-Auftritte ausmache. Göttingen wäre bisher der am weitesten entfernte Konzertort. „Wir sind vom Dorf. Natürlich wäre es gut, außerhalb bekannter zu werden“, sagt Sauer.

 
Stoned God: „Verdammt gute Musik“

Die jungen Musiker der Göttinger Band Stoned God haben sich einer härteren Gangart der Musik verschrieben, sie spielen Heavy Metal. Zum Einschlafen ist das vielleicht nur bedingt geeignet, aber wer will schon bei Rock am Kauf Park wegnickern. Gründungsmitglied Louis Schaffert (19, Drums) hat Steffen Hustert (18, Gitarre und Gesang), Mitja Fricke (19, Gitarre) und Ken Küllmer (20, Bass) um sich geschart. Und wie klingt das musikalische Programm nun? „Das Grundgerüst ist Death Metal mit Einflüssen aus Stoner Rock und Progressive Metal“, erklärt Hustert. In der Praxis klinge das, lapidar gesagt, „tief und matschig“.

 
Inspiriert von Bands wie Gojira, Tool und Mastodon haben sich die vier ihre Nische in der Göttinger Musiklandschaft gesucht. Dabei lassen sie auch gern andere Musikstile in ihre Songs einfließen: „Man hat im Metal eine unglaublich große Variationsfähigkeit. Man kann sogar Pink-Floyd- oder Led-Zeppelin-Einflüsse einbauen“, so Hustert. Der Sänger beherrscht die anspruchsvollen Techniken des Growlens und Shoutens – vorstellen könne man sich das als „Brüllen mit Melodie“. Einer ihrer größten Auftritte bisher: als Co-Headliner vor 600 Leuten in der „Full Metal Mensa“ der Uni Göttingen.

 
Was ist Metal für die vier jungen Männer? „Metal ist Energie, rhythmisch, verdammt gute Musik, um Emotionen zu katalysieren“, so Hustert. „Metal kann musikalische Kontraste darstellen, mal bracchial, mal softer“, fügt Schaffert hinzu.
Was die Zukunft bringt, wissen die Abiturienten Hustern und Küllmer zwar noch nicht genau, sie sind sich aber mit den Schülern Schaffert und Fricke einig: Am schönsten wäre es, von der Musik leben zu können. Für Rock am Kauf Park erhofft sich das Quartett „in erster Linie Spaß und einen guten Auftritt“. kil/pek

 
Kyles Tolone: „Cool, dabei zu sein“

Die Musiker der Band Kyles Tolone sind sehr umtriebig, daher zählen sie auch zu den bekanntesten Göttinger Bands. Sie haben in diesem Jahr bereits die regionale Wertung des bundesweiten Wettbewerbs „Local Heroes“ gewonnen und wollen auch bei Rock am Kauf Park eine gute Figur abgeben. Eric Pulverich (24, Gitarre und Gesang), Johann Giertz (24, Bass), Daniel Mau (25, Synthesizer) und Jan Fischer (25, Schlagzeug) spielen einen sehr professionellen Mix aus Alternative, Indy, Pop und Rock, und das Quartett weiß sich offensichtlich zu vermarkten. 1200 verzeichnet der Facebook-Auftritt der Band bereits.

 
Zwei- bis viermal die Woche treffen sich die Bandmitglieder zum Proben. „Wir wollen ein Schülerband-Image vermeiden“, sagt Pulverich. Und weiter: „Musik ist nicht einfach nur unser Hobby. Wir versuchen schon, das Ganze professionell anzugehen.“ So können sich die Studenten auch hauptberuflich eine Bandkarriere vorstellen. Allerdings wollen sie sich dafür „nicht für ein großes Label prostituieren“.

 
Songs entstehen bei der Band ganz unterschiedlich. Entweder schreibt Pulverich einen Text und entwickelt parallel dazu eine Melodie, oder das Quartett trifft sich im Probenraum zum „jammen“ und begibt sich dann ans Texten. „Man ist unterwegs und begegnet einer bestimmten Thematik, die sich super für einen Song eignen könnte“, beschreibt Fischer. Im Song selbst dürften diese Thematiken dann ruhig dramatisiert und gesteigert werden.

 
Inspirieren lassen sich Kyles Tolone von Gruppen wie Biffy Clyro, Kings of Leon, Arctic Monkeys und den Red Hot Chili Peppers. Rock am Kaufpark bedeute für das Quartett eine gute Möglichkeit, vor vielen Leuten zu spielen. „So was Großes in der eigenen Stadt, das macht einfach Spaß. Es ist cool, dabei zu sein“, erklärt Mau. kil/pek

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