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Agnes Giese über Verantwortung, Rituale und Frau Müller

Etwas weitergeben Agnes Giese über Verantwortung, Rituale und Frau Müller

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor.

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Theater spielen?

Quelle: Hinzmann

Göttingen. 20 Jahre ist sie schon am Jungen Theater in Göttingen. Langweilig? Nein, nie, sagt Agnes Giese. Es sei ja viel passiert in der Zeit. Und durch den Jugendclub, den die Schauspielerin leitet, lerne sie immer wieder neue aufregende Menschen kennen. Und eigentlich, sagt sie „ist diese Konstellation ideal: zum einen selber spielen, zum anderen ausbilden.“

Bei der Arbeit mit den Jugendlichen trage sie viel Verantwortung, so Giese.  Sie möchte etwas weitergeben. „Mach das mal besser als ich“, sei ein Motto, das sie dabei begleite. Zu vielen der jungen Künstler habe sie engen Kontakt, auch wenn sie Göttingen dann verlassen. „Da bleibe ich ein Leben lang Mentor“, erzählt sie. Einige sind auch schon wiedergekommen und haben als ihre Assistenten gearbeitet.

Spielen dagegen sei so „wunderschön verantwortungslos“. Da begebe man sich vertrauensvoll in die Hand des Regisseurs. Spielen öffnet, so Giese. Ein Geschenk, da könne sie sich fallen lassen.

Aufgewachsen ist die Schauspielerin in Berlin. Studiert hat sie an der Hochschule der Künste. Ihr erstes Engagement hatte sie von 1983–1991 am Staatstheater Kassel, anschließend war sie am Grips-Theater und dem „theater 89“ in Berlin.

Eine Traumrolle? Nein, nicht wirklich. Und eigentlich habe sie die auch schon gespielt: die Frau Müller in „Frau Müller muss weg“  von Lutz Hübner. „Das war schon richtig gut“. Dieser Mix aus gehaltvollem und komödiantischem: „Das mag ich sehr.“  Mephisto fällt ihr dann ein, den würde sie schon gern mal spielen.

Vor einer Premiere sei sie immer aufgeregt, wie sehr, das hänge vom Stück ab. Und jedes Stück fordere ein eigenes Ritual, um mit dieser Unruhe umzugehen. Bei Frau Müller habe sie beispielsweise immer die Kollegen geärgert, um richtig unter Dampf zu stehen.

Entspannen? Ja, kann sie! Bei der Gartenarbeit. Am liebsten Unkraut jäten und zupfen. Gut sei aber auch Hecke schneiden, sagt die Schauspielerin. Sie liege aber auch schon mal gelassen im Liegestuhl in ihrem „Wildwuchsgarten“.

Fitnesstraining oder Sport braucht sie nicht. Das Training mit den Jugendlichen reicht. Da müsse sie sich oft genug auspowern.
 
Agnes Giese, Geboren 1960 in Berlin, Ausbildung an der Hochschule der Künste in Berlin, Status: Ausgelastet.

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