Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Elisabeth Hoppe über einstige Grenzgänge, Traumrollen und Aussagen

Tageblatt-Serie: Unsere Schauspieler Elisabeth Hoppe über einstige Grenzgänge, Traumrollen und Aussagen

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor, die hier arbeiten.

Voriger Artikel
Unsere Schauspieler: Rebecca Klingenberg am Deutschen Theater Göttingen
Nächster Artikel
Unsere Schauspieler: Gerd Zinck

Elisabeth Hoppe: Schauspielerin am Deutschen Theater in Göttingen

Quelle: Pförtner

Göttingen. Göttingen. „Seid ihr angeschnallt?“, mit dieser Frage ihrer Mutter verbindet Elisabeth Hoppe immer noch Grenzübergänge. Die Schauspielerin ist in Aachen aufgewachsen. Mal fix mit dem Auto – unter dem strengen Blick der Grenzbeamten, die nicht nur die Gurtpflicht kontrollierten – nach Maastricht in den Niederlanden und Lüttich in Belgien oder mit dem Fahrrad in zehn Minuten mit dem Rad nach Vaals waren für sie selbstverständlich. Nun sind solche Grenzgänge nicht mehr alltäglich für Hoppe. Sie hat ihr „Standbein in Hannover, das Spielbein in Göttingen“.

Die Schauspielerin wohnt in der Landeshauptstadt und hat seit dieser Spielzeit ein Engagement am Deutschen Theater in Göttingen. „Obwohl ich hier arbeite, ist Göttingen ein bisschen wie Urlaub für mich: Hier ist es gemütlich“, meint Hoppe. Wenn es denn aber um richtigen Urlaub geht, dann hat sie sich vom Meer- zum Bergtyp gewandelt. Wandern und klettern mag sie; aber aufs Meer zu verzichten muss auch nicht sein: Die Berge an der nordspanischen Küste, die Picos de Europa, sind für sie genau das richtige für Urlaub mit Meer und Bergen.

Seit bald zehn Jahren ist sie Schauspielerin. Angefangen habe alles mit Theatergruppen während der Schulzeit. Mit zwölf Jahren fing sie an, dann war sie bis zum Abitur Mitglied einer freien Theatergruppe in Aachen. Aus der Gruppe kam der Vorschlag, sie solle sich an einer Schauspielschule ausbilden lassen. „Das hat geklappt“, erzählt Hoppe, „auch wenn es nicht der einzige Beruf ist, den ich mir vorstellen kann.“ Archäologie, Spielzeuggestaltung oder Sprachwissenschaften wären auch möglich.

Die Arbeit auf einem Ausgrabungsfeld hat sie kennengelernt: „Ich habe schon Keltengräber ausgebuddelt“, erzählt die 34-Jährige von zwei Praktika auf dem Gebiet der Archäologie. Dabei konnte sie die schöne Erfahrung machen, Schlammklumpen in eiskaltem Wasser zu waschen und am Ende die Hände voller Glasperlen zu haben.

Als Schauspielerin hat sie am Theater Freiburg die schöne Erfahrung machen können, eine tolle Rolle zu spielen: Als Kriemhild in den Nibelungen trat Hoppe dort 2008 auf. „In zweieinhalb Stunden spielst du den Wandel der Persönlichkeit von da bis da“, beschreibt sie mit weit ausladenden Armen die Bandbreite. „Als Rolle für eine Frau ist das ein Traum: vom Mädchen zur Frau zur Rächerin.“

Wichtig und lieber ist es ihr aber, wegen des Themas und nicht wegen der Rolle in einer Aufführung zu sein: so ein Stück ist „Deportation Cast“, das von der Abschiebung einer Roma-Familie erzählt. 2011 spielte sie darin in Hannover mit: „Mir ist es weniger wichtig, ob es eine kleine oder eine große Rolle ist, sondern welche Aussage ein Theaterstück hat“, stellt Hoppe klar. Am Deutschen Theater ist sie in dieser Spielzeit zu sehen in Liliom, X-Freunde, Parzival, Fremdes Haus und Homo Empathicus.

Elisabeth Hoppe

Geboren: 30. Mai 1981 in Aachen
  Ausbildung: Otto-Falckenberg-Schule in München
Status : Einerseits angekommen, andererseits auf der Suche nach Neuem

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff