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Emre Aksizoğlu zwischen Texas, Mannheim, London und Göttingen

„Relativ entspannt“ Emre Aksizoğlu zwischen Texas, Mannheim, London und Göttingen

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor.

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Emre Aksizoğlu.

Quelle: Vetter

Göttingen. Emre Aksizoğlu ist jetzt 27 Jahre alt. Der Schauspieler hat aber schon ein recht bewegtes Leben hinter sich. Geboren ist er in Texas, „davon habe ich aber nicht viel mitgekriegt“, sagt er. Seine Eltern zogen mit ihm nach Mannheim als er eineinhalb Jahre alt war. Heute schätzt er die Stadt als „al dente“.

Schauspiel studierte er an der Folkwang Universität der Künste in Essen und besuchte Masterklassen in Berlin und London. Gerade die Hauptstadt Englands schätzt er als „wahnsinnig spannend“. Für Schauspieler sei es aber schwierig, sich dort über Wasser zu halten, „ein hartes Pflaster“. Um in London zurecht zu kommen brauche man „ein gutes Selbstbewusstsein“.

In Berlin gehörte er im Ballhaus Naunynstraße zum Ensemble der Produktion „Verrücktes Blut“, die zum Theatertreffen eingeladen wurde, die größte Auszeichnung, die einem Theater in Deutschland zuteil werden kann. „Ich konnte das damals gar nicht einschätzen“, sagt Aksizoğlu rückblickend. Sie seien damals eine junge Truppe gewesen, hatten auf Festivals gespielt, „das war uns schnurzpiepe“.

Zu der Truppe gehörte auch Sesede Terziyan, die von 2005 bis 2007 am Deutschen Theater Göttingen engagiert war. Mit ihr habe er vor seiner Zusage über die Stadt gesprochen, bestätigt Aksizoğlu. Man könne hier gut leben, habe sie ihm berichtet, „und das stimmt auch“, sagt Aksizoğlu.

Einmal pro Woche spielt Aksizoğlu Fußball mit Ensemble-Kollegen und Ehemaligen. Und: Aksizoğlu ist glühender Fan des Fußballclubs FC Bayern. „Das hat sich über Mehmet Scholl ergeben.“ Der spielte beim FC Bayern, als Aksizoğlu in einem Alter war, in dem man sich von den Eltern ein Trikot wünscht. Von der deutschen Nationalmannschaft habe er eines haben wollen, von den Bayern habe er eines bekommen.

Aksizoğlus Großeltern kamen als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland, seine Eltern waren damals noch Jugendliche. Er selbst ist Deutscher. Hat er also eine Idee von multikulti? „Ich habe mich nie in der Tradition empfunden“, erklärt Aksizoğlu, überlegt kurz und sagt: „Ab geht’s! Lass uns doch alle multikulti sein und rummachen, bis wir alle dieselbe Hautfarbe haben. Das Zusammenkommen von Kulturen ist doch geil.“

Vor den Premieren empfindet Aksizoğlu sich als „relativ entspannt. Ich bin keiner, der verrückt wird.“ Zehn Minuten vorher gehe sein Puls kurz hoch, eine „Überenergie, die zu guter Spielenergie“ werde. Und was kommt nach der Premiere? „Einen bechern.“

Für seinen nächsten Urlaub plant Aksizoğlu bislang eine Rundreise durch die Türkei oder einen Aufenthalt in Brasilien. Mit dem Rucksack oder dem Koffer? „Rucksack“, antwortet er ohne zu zögern. Auch die Frage nach seinen Essensvorlieben – Salat oder Schweinebraten – beantwortet er wie aus der Pistole geschossen: „Schweinebraten“.

Emre Aksizoğlu

Geboren: 1988 in Texas
 
Ausbildung: Folkwang Universität der Künste in Essen

Status: entspannt

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