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Unsere Schauspieler: Andreas Jeßing

Tageblatt-Serie Unsere Schauspieler: Andreas Jeßing

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor. Heute: Andreas Jeßing.

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Andreas Jeßing

Quelle: Heller

Göttingen. Andreas Jeßing hat Alternativen, wenn er vielleicht mal keine Lust mehr hat auf die Schauspielerei. Er habe einen Abschluss in der Krankenpflege und einen weiteren als Heilpraktiker, erklärt der Schauspieler, der seit der Spielzeit 2005/06 zum Ensemble des deutschen Theaters gehört. Doch er erzählt das augenzwinkernd. Dabei hatte er 1990 seine Ausbildung an der Schule des Theaters „Der Keller“ in Köln nach zweieinviertel Jahren abgebrochen. Was blieb von Köln? „Die Rheinluft auf der Südbrücke“, die er liebe, und die Erinnerungen an das „Eldorado der Freizeitbeschäftigung“, sagt Jeßing. Und die Erinnerung an den Karneval natürlich mit den Alternativen, die Stadt zu verlassen oder mitzufeiern. Seine Entscheidung: „mitfeiern“.

 

Jeßings erste Station war das Junge Theater Augsburg. Später spielte er bei Freien Theatern in Göttingen, Hildesheim, Hannover und Duisburg. Zeit genug, viel Erfahrung zu sammeln. Doch: „Ich habe nach wie vor Lampenfieber, vor allem, wenn ich in einer großen Rolle den Abend oder einen Teil des Abends führe.“ Dann stelle er sich immer wieder die Frage: „Warum gerade dieser Job?“ Die Alternativen? „Apfelbauer oder Krankenpfleger. Das eine kann ich nicht, das andere will ich nicht.“

 
Zur Ablenkung bastele er an den Aufregertagen „zwei bis drei Stunden Premierengeschenke für die Kollegen“. Zweifel bleiben dennoch sein steter Begleiter. Aber „wenn ich total zweifle, bin ich am Abend meistens gut“.

 
Nach der Premiere sitze er gerne mit Kollegen zusammen, „halt quatschen und die Zeit verlieren“. Alkohol trinke er dabei nicht. Seit 21 Jahren sei er trockener Alkoholiker, sagt Jeßing.

 
Auf die Frage, welche Rolle er gerne noch spielen würde, fällt Jeßing Beckett ein. Ein Stück von ihm habe er noch nie gespielt. „Oder einen Granden bei Shakespeare.“

 

 
In Göttingen lebt er seit 1992, er schätzt die Stadt als „total familienfreundlich“. Und: „Ich liebe das Umland, das werde ich nicht satt.“
Gerade hat Jeßing nach einem Bandscheibenvorfall eine Reha mit drei bis vier Terminen Rückentraining pro Woche hinter sich gebracht. Er läuft Langstrecke und spielt gerne Fußball. „Mein Herz schlägt für den Amateurfußball“, erklärt er.

 

Diesem Hobby geht Jeßing auch im Urlaub nach. Mit seiner Familie und den Schwiegereltern verbringt er Zeit in einer Post-Feriensiedlung in Büsum an der Nordsee. Wenn die Postler zwischen 40 und 60 Jahren dann kicken, „dann bin ich dabei. Und zweimal spielte er schon um die Deutsche Meisterschaft der Theatermannschaften. Ein neunter Platz sprang dabei heraus.

 
Andreas Jeßing
Geboren: im Münsterland
Ausbildung:  Schule des Theaters »Der Keller« in Köln
Status: als Straßenfußballer wird er „die Lunge“ genannt
 

Foto: Heller

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