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Unsere Schauspieler: Karl Miller

Tageblatt-Serie Unsere Schauspieler: Karl Miller

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Karl Miller ist eine beeindruckende Erscheinung. Auf eine Körpergröße von 195 Zentimetern verteilen sich gerade mal 65 Kilogramm Gewicht. Miller hat die Figur eines sehr schlanken Models – mit breiten Schultern. In England ist er geboren, dort startete er auch seine Schauspielausbildung. 1996 kam er als Austauschstudent nach Deutschland. Die Sprache allerdings konnte er noch nicht. Büchners „Woyzeck“ war die erste Inszenierung, in der er hier spielte. „Ich habe den Text Silbe für Silbe auswendig gelernt“, sagt Miller. Alles gut also? Miller: „Man hat es doch nicht verstanden. Ich habe das mit anderem Quatsch kompensiert.“

 
Miller gehört seit der Spielzeit 2007/08 zum Ensemble des Deutschen Theaters (DT) Göttingen. Inzwischen spricht er nahezu fehlerfreies Deutsch mit leichtem britischen Akzent. Regisseure bauen Millers Englisch gerne in Inszenierungen ein, im „Sommernachtstraum“ am DT  beispielsweise spricht er eine ganze Passage in seiner Muttersprache. Nachvollziehbar sei das nicht immer, erklärt der Schauspieler.

 
Zwei Musicals hat Miller für Kreuzfahrten geschrieben. Regie hat er geführt und Bühnenbilder entworfen. Auf dem Laufsteg führte er neue Mode vor, und seit einiger Zeit kann man Millers Konterfei auch auf Litfaß-Säulen entdecken. Dort wirbt er für Bier.

 
Ein vielbeschäftigter Mann also. Bleibt da noch Zeit? Fürs Kochen beispielsweise? Eher fürs Backen. „Kuchen, auch Brot“, sagt Miller. Felsenklettern betrieb er früher, inzwischen bewegen sich die Hobbys im bequemeren Bereich. Auch die Fitness, für die Schauspieler oft eine Menge tun, kommt zu kurz. Früher sei er gejoggt, sagt er, doch seit einem halben Jahr nicht mehr. „Das Ergebnis: Ich bin faul und fett“, sagt Miller und schmunzelt.

 
Die Frage, ob er lieber in einem Goethe-Stück oder der 45-Minute-Show spielen würde, beantwortet er wie aus der Pistole geschossen: „In der 45-Minute-Show – mit meinem Kollegen Michael Meichßner“, mit dem er dieses Format entwickelte. Doch der ist jetzt nicht mehr in Göttingen. Keine Chance also auf Fortsetzung? „Halten Sie die Augen offen“, sagt Miller. Es sei zwar schwierig, könnte aber noch kommen.

 
Im demnächst anstehenden Urlaub fahre er „kurz nach Hause“, einem Ort 70 Kilometer entfernt von London. Dort wolle er einiges an Kultur mitnehmen. Das Problem: „London ist teuer.“

 

Karl Miller

  • Geboren: 16. Juli 1975
  • Ausbildung: Dartington College of Arts in Totnes, Devon, England
  • Status: der Engländer

 

Foto: Hinzmann

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