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Unsere Schauspieler: Karsten Zinser

Durchs Telefon gezogen Unsere Schauspieler: Karsten Zinser

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor.

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Karsten Zinser

Quelle: Pförtner

Göttingen. Karsten Zinsers Einstieg in die Schauspielerei muss recht heftig ausgefallen sein. „Wir haben sehr viel gearbeitet“, sagt der 37-Jährige. Die Transform Schauspielschule Berlin war gerade erst gestartet, und die Schüler bauten nebenbei ein kleines Theater auf. „Ich habe den Bühnenboden gestrichen, Scheinwerfer und Traversen gehängt“, erinnert sich Zinser, der heute zum Ensemble des Jungen Theaters gehört. 30 Bewerbungen  für Aufnahmeprüfungen habe er im Jahr 2002 gerade in den Briefkasten geworfen, als er in einem Stadtmagazin die Anzeige der jungen Schule las. „Ich habe da angerufen, und die Frau hat mich geradezu durchs Telefon gezogen.“

Foto: Pförtner

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In Wilmersdorf ist Zinser aufgewachsen. „Ich bin Berliner“, sagt Zinser mit Überzeugung. Und Kreuzberg hat er gewohnt und in Neukölln. „Und Göttingen ist auch nur ein Stadtteil von Berlin“, meint der Schauspieler. „Ich kann immer sehr gut atmen in Berlin, auch geistig.“ Und trotzdem ist er aus der Hauptstadt weggezogen? „Ich habe auch gerne Sehnsucht nach Berlin.“

Karsten Zinser

Geboren: 1978 in Berlin

 

Ausbildung: Transform Schauspielschule Berlin

 

Status: der Entspannte

 

Nach Stationen in Wilhelmshaven, Celle und Frankfurt ist Zinser am Jungen Theater gelandet. Neben seiner Ensemble-Arbeit hat er dort schon mehrfach seinen Jacques-Brel-Abend präsentiert. Das Lied „Amsterdam“ des belgischen Chansonniers habe er als Abschlusslied seines Studiums im Jahr 2006 gesungen, „auf Deutsch“, berichtet Zinser. „Ich fand die Musik toll und wollte einen ganzen Abend zusammenstellen.“ Das allerdings habe dann bis 2010 gedauert.

 

Vor Premieren freue er sich auf den Abend und sei sehr gespannt, erklärt Zinser. Kein Lampenfieber also? „Doch“, sagt er schnell und bestimmt. Sein Rezept dagegen: „Ich versuche, tief durchzuatmen.“ Und nach der Premiere? Zinser hebt ein imaginäres Glas an den Mund und lacht.

 

Wenn er nicht im Theater auftritt, arbeitet Zinser auch als DJ. Bei Partys, auf Festivals und Openairs habe er schon aufgelegt, erzähl er.

 

Schauspieler müssen zehneinhalb Monate im Jahr arbeiten, danach haben sie sechs Wochen am Stück frei. Er habe sich ins Auto gesetzt, habe die Musik laut aufgedreht und sei vier Wochen herumgefahren. Überall habe er Freunde besucht, habe sich treiben lassen und nicht gewusst, wo er am nächsten Tag ankommen würde, beschreibt  Zinser seine Urlaubszeit. „Und natürlich habe ich Mutti in Berlin besucht.“

 

Seit zwei Monaten plagt Zinser nun schon ein Bandscheibenvorfall, der er sich nach einer „Katz und Maus“-Vorstellung bemerkbar machte. Dabei unternimmt er schon etwas für seine Fitness: „Parcours“, sagt Zinser. Über die Schauspielschule sei er zu diesem Sport gekommen, bei dem man Hindernisse und dabei ansehnliche Höhen überwinden oder auf schmalsten Geländern landen muss. Das sei „gut für die Balance und das Körpergefühl“, erläutert er. Viel Technik sei dafür notwendig, Mut, aber auch die Erkenntnis, „welche Sprünge zu krass sind.

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