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Unsere Schauspieler: Linda Elsner

Göttingen Unsere Schauspieler: Linda Elsner

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor.

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„Auf der Suche nach der eigenen Vergangenheit  in Togo?“

Quelle: Pförtner

Göttingen. Linda Elsner hätte eigentlich Urlaub haben sollen. Doch während die Kollegen sich vielleicht erholt haben, arbeitete die Schauspielerin aus dem Ensemble des Jungen Theaters, an einer ganz besonderen, ganz persönlichen Produktion. Mit dem Stück „Navigator Luna Nord“ begibt sie sich auf eine Spurensuche in die eigene Vergangenheit und die ihrer Familie.  Thema ist die Reise ihres Urgroßvaters von Togo nach Deutschland und wieder zurück in sein Heimatland – und ihre eigene Reise 2014 nach Togo, um dort ihre Familie zum ersten Mal zu treffen. Die Uraufführung ist am Freitag, 4. September, um 20 Uhr im Jungen Theater, Hospitalstraße 6, angesetzt – es ist gleichzeitig die Abschlussarbeit ihres Studiums.

 
Geboren ist Elsner in Leipzig. „Das erste Wort, das mir zu der Stadt einfällt, ist Wandel“, sagt die 27-Jährige. „Das, was mal meine Heimat war, sehe ich nicht mehr, es ist verschwunden.“ Klasse sei das allerdings für die Stadt, denn „es gibt sehr viel kreative Kraft“. Viele Grünflächen zeichneten die Stadt ebenso aus wie zahlreiche Seen, drei davon „erreichbar um das Haus meine Eltern herum“. Und: „Inzwischen kann man mit dem Boot von Leipzig nach Hamburg fahren.“
Der Wandel allerdings betreffe auch die Menschen, die in der DDR aufgewachsen seien, in ihrer Familie gleich mehrere Generationen: die Großeltern, die kurz vor Kriegsende geboren wurden, die Eltern, die sich nach der Wende komplett neu orientieren mussten und ihre eigene Generation, die nach der Wende aufgewachsen ist: „Man hatte noch nichts, an dem man sich orientieren konnte“, sagt Elsner. Und: „Die Schauspielschüler waren anders.“ 

 
Im schweizerischen Bern hat Elsner die Schauspielschule absolviert. Dort habe sie die Affinität der Schweizer zur Kunst geschätzt. Bern sei etwas lebendiger als Göttingen und besitze einen Fluss, der rund um die Stadt fließt und in dem man sich kilometerweit treiben lassen könne.

 
In Göttingen schätzt sie den Alten Botanischen Garten, „mein Lieblingsort“, und den Kiessee, wo sie jogge und an dem dort angelegten Parcours trainiere. Zudem betreibe sie Systema, ein Kampfsport aus Russland, der mit Kraft und Entspannung arbeite. Ihr Systema-Lehrer früher sei ihr Mentor gewesen, „eine sehr wichtige Person in meinem Leben“.

 
Und wenn sie nicht arbeitet, verbringt Elsner ihren Urlaub in Südfrankreich. Warum? Sie will beides, Berge in der Nähe vom Meer. Sie kenne wenige Landstriche, die so facettenreich sind wie Südfrankreich, sagt die Schauspielerin und schwärmt auch von dem Essen dort. Wenn sie die Wahl hat, Haxe oder Salat? „Salat!“, ruft sie geradezu entrüstet, „ich bin Vegetarierin“.

 
Und was verbindet Elsner mit dem Namen Vadim Glowna? Elsner schaut erst überrascht, dann lacht sie und sagt: „Ein Fels in der Brandung mit einer warmen, sanften Stimme.“ Mit Glowna als Regisseur hatte sie erste Filmerfahrung gesammelt.
Linda Elsner
Geboren : 14. August 1988 in Leipzig
Ausbildung :  Hochschule der Künste Bern
Status : Vielbeschäftigt

 

Foto: Pförtner

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