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Unsere Schauspieler: Paul Wenning

„Rente existiert für mich nicht“ Unsere Schauspieler: Paul Wenning

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor.

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Quelle: SPF

Göttingen. Der Schauspieler Paul Wenning aus dem Ensemble des Deutschen Theaters (DT) hat an großen Häusern gearbeitet. Schon während des Studiums an der Schauspielschule in Hamburg verschlug es den gebürtigen Schweriner als Gast ans Thalia-Theater. Zum Glück, meint er heute, denn „schlimm war die Schule in dieser Zeit“. Sechs Jahre arbeitete er anschließend fest am Thalia, eine der besten Adressen in Deutschland. Es folgten vier Jahre unter Hans Neuenfels an der Freien Volksbühne in Berlin – „als Dauergast“. Eine schlechtere Position? Wenning lächelt und sagt: „Da kann man ja auch mal was ablehnen.“

 

Später arbeitete Wenning viele Jahre frei – bis der Anruf von Mark Zurmühle kam, damals DT-Intendant. Aber: „Ich wusste eigentlich gar nicht, was ich in Göttingen soll.“

 

Drei Produktionen habe er sich vor seiner Entscheidung angeschaut, sagt Wenning, darunter „Nora oder ein Puppenheim“ mit Jan Pröhl. Er wollte eben „nicht einfach irgendwo hingehen, nur weil das Angebot da ist“. Seit der Spielzeit 2005/06 gehört er zum DT-Ensemble, dessen Größe er schätzt wie auch den Umstand, dass nach dem Intendantenwechsel durch Erich Sidler „die zweite Hälfte des Ensembles total gut ersetzt wurde“.

Seine spielfrei Zeit in den Sommerwochen verbrachte Wenning in den vergangenen Jahren auf der Ostseeinsel Hiddensee. „Dort gibt es keinen Verkehr, und es verändert sich nichts.“ Zwei Wochen Urlaub genießt er dort. Doch er besucht auch Kulturveranstaltungen, in diesem Sommer beispielsweise eine Vorstellung der Shakespeare Company im englischen Stratfort-upon-Avon – „es war leider furchtbar“, erklärt Wenning. Eine weitere wichtige Freizeitbeschäftigung: Konzertbesuche aus dem Bereich U-Musik. „Mein Gott ist Neil Young. Als ich mit 14 die erste Platte bekommen habe, war es um mich geschehen.“ Jimi Hendrix habe er live auf Fehmarn erlebt und Nirwana kurz vor dem Tod von Kurt Cobain. Wenning: „Manchmal bin ich heute bei Konzerten der Älteste“, sagt der 61-Jährige, „aber ich kann doch deswegen damit nicht aufhören.“ Auf die Frage nach dem Aufwand für seine Fitness schweigt Wenning demonstrativ. Dann sagt er: „Ich schwimme gerne.“ In Hannover habe er früher viel Minigolf gespielt. Und ganz früher Basketball, später auch Eishockey in einer Promimannschaft mit Felix Magath.

 

„Gut essen“ ist Wenning wichtig. Salat oder Haxe? „Wenn ich mich dazwischen entscheiden müsste, würde ich Rehrücken nehmen.“

 

Theater will er immerfort spielen, „aufhören oder Rente existiert für mich nicht“. An einige Produktionen im DT erinnert er sich besonders gerne: an „Warten auf Godot“  mit Jan Pröhl. Eine andere Rolle bescherte ihm einen Auftritt mit „fünf Minuten Luftgitarre“. Und in „Diebe“ von Dea Loher, inszeniert von Felix Rothenhäusler, musste er die ganze Zeit zwei Stühle über die Bühne schleppen, seine eigene Idee. „Dafür habe ich mich selbst verflucht“, sagt Wenning.

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