Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Die Bösen sind die Guten

„Suicide Squad“ im Cinemaxx Göttingen Die Bösen sind die Guten

Bereits vor dem Kinostart von „Suicide Squad“ gab es jede Menge Wirbel. Oscar-Preisträger Jared Leto schaffte es schon bei den Dreharbeiten wegen seiner grün gefärbten Haare für die Rolle des Jokers in die Schlagzeilen.

Voriger Artikel
NDR-Dirigent schwämt von Elbphilharmonie
Nächster Artikel
Wilder Trip durch die Stadt der Engel

Will Smith als Floyd Lawton/Deadshot und Margot Robbie als Dr. Harleen Quinzel/Harley Quinn.

Quelle: Clay Enos/dpa

Bevor der Film Anfang dieses Monats dann in die amerikanischen Kinos kam, zerrissen Kritiker ihn als zu flach. Das Branchenmagazin „The Hollywood Reporter“ berichtete unter Berufung auf Insider, Warner Bros. Pictures habe sich in die Dreharbeiten eingemischt, die ursprüngliche Version von David Ayer sei den Verantwortlichen zu düster gewesen. Nun müsse der Film mindestens 800 Millionen US-Dollar einspielen, um als Gewinn verbucht zu werden. Jetzt endlich ist es so weit: Die deutschen Fans der DC-Comic-Reihe können sich ab sofort einen eigenen Eindruck machen.

Die Geschichte ist überschaubar: Zwei Fabelwesen mit überirdischen Kräften und einer Armee schleimiger Soldaten wollen die Welt zerstören. Als einzige Gegenwehr steht ein Trupp aus den gefährlichsten derzeit einsitzenden Kriminellen bereit. Darunter sind der Superschütze Deadshot (Will Smith), die wahnsinnige Harley Quinn (Margot Robbie), ausgestattet mit einem Baseballschläger, sowie ein Pyromane, Messerkünstler und eine wuchtige Ungestalt mit Bärenkräften. In mehreren Kampfszenen können die Verbrecher ihre jeweiligen Talente ausspielen, wie es in Comicverfilmungen nun mal üblich ist. Etwas allerdings ist anders: Weil in diesem Film die Bösen die Guten sind, gewinnen sie am Ende auch den Krieg.

Angeführt werden sie von Colonel Rick Flag (Joel ­Kinnaman), der das Leben der kaum zu bändigenden Superschurken dank injizierter Sprengstoffkapseln per Klick aufs Smartphone auslöschen kann. Dadurch entwickelt sich eine seltsame Solidargemeinschaft: „Wenn er stirbt, sterben wir auch“, stellt Deadshot fest. Einzig der immer mal wieder auftauchende Joker vermag mir irrem Blick und auf der Hand tätowiertem Grinsemund dem Film groteske Züge zu verleihen.

Als Popcornkino taugt die Produktion durchaus. Ayer schrieb und inszenierte das Himmelfahrtskommando nach den Figuren aus den US-amerikanischen DC-Comics, die der Verlag seit Ende der Achtzigerjahre veröffentlicht. Fans sollten vor allem auf die Details achten. So spielt der Regisseur viel mit Licht und Farben. Die blasse Harley Quinn leuchtet förmlich in der Weltuntergangsdüsterheit. Auch bleibt sie ihrer Farbcombo Blau-Rot nicht nur bei Outfit und Haarspitzen treu, sie exerziert den Spleen sogar noch bis zur Cocktailauswahl durch. Und wer hätte gedacht, dass ein rosa Plüschpferd in einem Kampf der Elemente ums Ende der Welt eine ganz entscheidende Rolle spielt?

„Suicide Squad“, Regie: ­David Ayer, 123 Minuten, FSK 16, Cinemaxx

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff