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"Die Songs brechen heraus" - Tom Waits wird 65

Geburtstag "Die Songs brechen heraus" - Tom Waits wird 65

Es ist schwierig, diesen Mann zu erfassen. Er hat so viele Talente, und er hat so viele Kehrtwenden in seinem Leben hingelegt. Kaum zu glauben, aber Tom Waits wird 65.

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Tom Waits während eines Konzerts in Amsterdam am 19. November 2004.

Quelle: Vos/dpa

New York. Mit seiner rauen, rauchigen, immer wieder brechenden Stimme lässt sich Tom Waits nicht in ein einziges Genre sperren. Irgendwo zwischen Rock und Folk wird er notdürftig eingeordnet, Blues- und Jazzelemente tauchen auf, manchmal wird seine Musik auch als Indie oder Alternative bezeichnet. Er ist nicht nur Sänger und Komponist, er ist auch Autor und Schauspieler. Als sich stetig wandelnder, mal Vorbildern wie Bob Dylan oder Johnny Cash nacheifernder Sänger, mal als innovativer, rebellischer Musiker hat Tom Waits sich seinen Namen gemacht. Am Sonntag (7. Dezember) feiert der Amerikaner seinen 65. Geburtstag.

Mit 20 Jahren fing der in Kalifornien geborene Waits an, erste Songs zu schreiben, bald verdiente er damit sein Geld. Der kreative Prozess fiel ihm nie schwer, sagte Waits in einem Interview: "Die Songs brechen aus einem heraus." Sein erstes Album "Closing Time" veröffentlichte er mit 24, jedoch nicht mit dem Erfolg, den andere Künstler mit seinen Songs feierten. Im Vorprogramm von Frank Zappa wurde Waits regelmäßig ausgebuht. Mit sechs weiteren Alben waren die siebziger Jahre eine künstlerisch fruchtbare, aber auch alkohollastige Zeit für Waits.

Mit Kathleen Brennan, der laut Waits "größten Liebe seines Lebens", seiner Ehefrau und wichtigsten künstlerischen Partnerin, kam die musikalische und persönliche Wende. 1980 heiratete das Paar, 1983 kam das erste ihrer drei gemeinsamen Kinder auf die Welt. In diesem Jahr veröffentlichten Waits und Brennan auch ihr erstes gemeinsam produziertes Album.

"Swordfishtrombones" markierte Waits' Abkehr von traditionellen gitarren- oder klavierdominierten Arrangements, abgelöst durch unkonventionelle Klangstrukturen, manchmal mit einem Dudelsack oder einem Marimbaphon im Programm. "Der einzige Grund dafür, dass Leute neue Songs schreiben, ist, dass sie keine Lust mehr auf die alten haben", sagte Waits in einem Interview und gab damit die beste Erklärung für die stete Wandlung seines Sounds.

Waits war nie ein Fan der Medienaufmerksamkeit, die seine Musik oder seine Filmauftritte - häufig in der Rolle des Musikers - hervorriefen. Die Gespräche mit Medien, die einer Albenveröffentlichung vorangehen, bezeichnet er als "Geschirrspülen", als notwendige, lästige, immer wiederkehrende Aufgabe, die dem Fest des kreativen Schaffens folge.

Vor drei Jahren wurde Tom Waits in die Rock-and-Roll Hall of Fame aufgenommen. "Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll", kommentierte er und befürchtete den Anfang vom Ende, die Vorbereitung für den Nachruf. Zum Alter sagt er: "Als Kind wollte ich alt sein, weil die Alten die sind mit den großen Geschichten und den coolen Klamotten. Jetzt würde ich das gern mitnehmen und zurück in diese Zeit gehen."

Von Friederike Frantz, dpa

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