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Margaret Atwood erhält Friedenspreis

Auszeichnung des Deutschen Buchhandels Margaret Atwood erhält Friedenspreis

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (77) wird an diesem Sonntag zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Margaret Atwood

Quelle: epd

Frankfurt a.M.. Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (77) wird an diesem Sonntag zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Die Verleihung findet um 11 Uhr in der Paulskirche statt und wird live im ZDF übertragen. Die Laudatio auf Atwood hält die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse („Vienna“, „Quasikristalle“). Der Friedenspreis ist der bedeutendste Kulturpreis der Bundesrepublik Deutschland. Er wird seit 1950 vergeben und ist mit 25000 Euro dotiert. Im vergangenen Jahr wurde die Berliner Philosophin und Publizistin Carolin Emcke geehrt.

Margaret Atwood zeige in ihren Werken immer wieder ihr „politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen“, heißt es in der Begründung des Stiftungsrats. „Als eine der bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit stellt sie die sich wandelnden Denk- und Verhaltensweisen ins Zentrum ihres Schaffens und lotet sie in ihren utopischen wie dystopischen Werken furchtlos aus.“ Dort demonstriere sie auch, wie leicht vermeintliche Normalität ins Unmenschliche kippen kann. „Humanität, Gerechtigkeitsstreben und Toleranz“ prägten ihre Haltung.

Die am 18. November 1939 in Ottawa geborene Atwood studierte in Toronto und Cambridge/Massachusetts Englisch und Literatur. Erste Gedichte veröffentlichte sie in den frühen 1960er Jahren, seit 1964 arbeitete sie als Literaturwissenschaftlerin an verschiedenen Universitäten. Neben Lyrik, Kurzgeschichten, Theaterstücken, Essays und Kinderbüchern veröffentlichte sie unter anderem die Romane „Die essbare Frau“ (1969), „Der lange Traum“ (1972), „Der Report der Magd“ (1985), „Oryx und Crake“ (2003), „Das Jahr der Flut“ (2009), „Die Geschichte von Zeb“ (2013) und zuletzt „Hexensaat“ (2016).

Atwood wurde mit zahlreichen Preisen bedacht, unter anderem mit dem Booker Prize for Fiction (2000), dem Nelly-Sachs-Preis (2009), dem Canadian Booksellers' Lifetime Achievement Award (2012) und dem PEN Printer Prize (2016). Sie lebt mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Graeme Gibson, in Toronto.

Die Friedenspreisträger der vergangenen Jahre waren der deutsche Journalist, Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani (2015), der US-amerikanische Informatiker Jaron Lanier (2014), die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch (2013) und der chinesische Schriftsteller Liao Yiwu (2012).

Von epd

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