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"Die Räuber" mit Musik von Kettcar

Open Air-Theater in Kiel "Die Räuber" mit Musik von Kettcar

Mehr als 200 Jahre nach der Uraufführung von Schillers Tragödie "Die Räuber" hat in Kiel eine neue Version als Rockoper das Publikum in den Bann gezogen: Der Klassiker über zwei ungleiche Brüder, die tödliche Liebe zur selben Frau und die Grenzen persönlicher Freiheit feierte eine rockige Premiere.

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"Die Räuber": Schillers Klassiker kommt in Kiel als Rockoper mit Musik von der Band "Kettcar" auf die Open Air-Bühne.

Quelle: Scholz/dpa

Kiel. Hauptstar der Rockoper ist die Musik. Sie stammt aus der Feder von Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff, Songwriter der Hamburger Rockband "Kettcar". Die Musiker haben fetzige Rocksongs, aber auch zu Herzen gehende Balladen geschrieben. Der "Kettcar"-Sound klingt dabei immer wieder durch. Obwohl beide weder selbst singen, noch spielen. Das übernehmen eine andere Band und die Schauspieler, die sich tapfer als Sänger schlagen.

Kiels Generalintendant Daniel Karasek verlegt die Handlung in die Gegenwart, hält sich aber an die Vorlage. Es geht um zwei unterschiedliche Brüder: Franz verfügt zwar über einen brillanten Verstand, er steht aber ganz im Schatten von Karl. Der extrovertierte Draufgänger ist der Liebling des Vaters, auserkorener Haupterbe und er unterhält eine Liebesbeziehung zu Amalia, die auch von Franz begehrt wird. Franz bringt den Vater dazu, Karl zu verstoßen. Dessen Clique geht in den Untergrund und wird zu einer Räuberbande. Am Ende kommt es zum Showdown.

Das Bühnenbild ist geprägt von zwei unterschiedlichen Welten - auf der einen Seite eine Container-Industrielandschaft, in der die Räuber agieren. Auf der anderen Seite der Bühne die schicke Welt, eine angedeutete Villa mit einem weißem Flügelnachbau. Dominiert wird die Bühne von einer großen Videoleinwand in ihrer Mitte, die jedoch keineswegs stört. Im Gegenteil - darauf sind immer wieder zur Handlung passende Videos zu sehen. Sie sind aufwendig produziert und extra für die Inszenierung aufgenommen worden.

 "Wir sind eine Idee, Freiheit oder Tod. Und ihr könnt niemals umbringen, was in jedem Menschen wohnt", heißt es beispielsweise in dem Song "Tod oder Freiheit". Aber auch der Terror, den die Räuber der Kieler Rockoper verbreiten, ist viel zu aktuell. "Ganz komisch" sei es, die eigenen Songs als Zuschauer zu hören, sagt "Kettcar"-Musiker Bustorff. 15 Aufführungen der Sommerproduktion des Kieler Theaters sind auf de Open Air-Bühne am Seefischmarkt bis zum 17. Juli vorgesehen.

Von Andre Klohn und Matthias Hoenig

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