Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Viele Bilder, ein Motiv im Bucerius Kunstforum

Picasso-Ausstellung Viele Bilder, ein Motiv im Bucerius Kunstforum

Die Picasso-Ausstellung im Bucerius Kunstforum widmet sich nur einem  Motiv: dem Fenster. Das  habe den spanischen Künstler durch alle seine Schaffensperioden begleitet, sagte Museumsdirektorin Ortrud Westheider. Vor allem in Phasen des Umbruchs  habe es eine wichtige Rolle gespielt.

Voriger Artikel
100 Jahre Dada
Nächster Artikel
„Glotzt nicht so romantisch“

Weltberühmt: Picassos Sohn in dem Bild "Paolo als Pierrot".

Quelle: dpa

Hamburg. Zu sehen sind 40 Leihgaben aus Barcelona, Paris, London, New York und Jerusalem. Die Ausstellung „Picasso. Fenster zur Welt“ ist bis zum 16. Mai in Hamburg zu sehen.

Die chronologisch aufgebaute Ausstellung zeigt schon zu Anfang die Doppeldeutigkeit des Fensters: „Interieur“ von 1900 gibt durch das Fenster einen Blick auf das verschneite Barcelona frei. Doch zugleich wirkt das Fenster mit seinen Keil-Ecken auch wie der Rahmen eines Bildes, das eine städtische Schneelandschaft zeigt. Das Fenster-Motiv mache deutlich, dass Picasso ein stark reflektierender Künstler war, der sich über seine Kunst Rechenschaft abverlangte, betonte Westheider.

Zu Picassos bekanntesten Werken gehört das Bild „Paulo als Pierrot“ von 1925, das seinen Sohn im weißen Harlekin-Kostüm mit einer schwarzen Maske in der Hand vor einem Fenster zeigt. Spielerisch griff er das Fenster-Motiv auch 1918/19 auf, als er seine Möbel zwischen zwei Fenstern als Fantasie-Skulptur arrangierte. Zwischen 1932 und 1936 entstanden zahlreiche Porträts seiner Musen, wie sie vor einem Fenster sitzen oder liegen. Die üppigen weiblichen Rundungen seiner Frauen stehen hier in deutlichem Kontrast zu den geraden und kantigen Linien der Fenster.

Picassos Werk sei schon früh in einzelne Schaffensperioden gegliedert worden, sagte Westheider. Dabei werde oft übersehen, dass es Motive wie das Fenster, den Stier oder die Taube gibt, die sich durch sein gesamtes Werk ziehen. „Drei Tauben“ von 1960 zeigt die Vögel in seinem dunklen Atelier vor einem hellen Fenster, das ihnen das Licht zur Freiheit weist. Picasso hatte zu dieser Zeit in seinem Atelier in Cannes Tauben beherbergt.

Ergänzt wird die Gemälde-Ausstellung durch zahlreiche Fotos. Kaum ein Künstler habe sich so häufig mit einem Fenster porträtieren lassen wie Picasso, sagte Westheider. Zu sehen sind aber auch Fenster-Fotografien aus seinem Atelier. So fotografierte Herbert List 1944 vor Picassos Atelierfenster ein Bild von Henri Matisse, das wiederum auch ein Fenster zeigt. Die Katalog zur Ausstellung enthält außerdem Picasso-Gedichte, die das Fenster thematisieren. Begleitet wird die Ausstellung von Konzerten, Vorträgen und Kinderangeboten. Dazu zählen auch der Poetry-Slam „PICs AS pOetry“ und das Quiz „Picasso im Pub“. Mit der Ausstellung verabschiedet sich Westheider als Direktorin des Bucerius Kunst Forums. Die 51-jährige Kunsthistorikerin wechselt zum 1. April an das Museum Barberini in Potsdam, das Anfang 2017 eröffnet werden soll.         epd

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff