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Werke von Paula Modersohn-Becker und Emil Nolde

Bremer Ausstellung Werke von Paula Modersohn-Becker und Emil Nolde

Ausgewählte Arbeiten der beiden Ausnahmekünstler Paula Modersohn-Becker und Emil Nolde sind in Bremen zu sehen. Die Ausstellung „Emil Nolde trifft Paula Modersohn-Becker“ inszeniert auf zwei Etagen 70 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Drucke, allem voran Werke aus Bremer Häusern und der Nolde-Stiftung in Seebüll.

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Vergleiche sind möglich: Werke von Emil Nolde und Paula Modersohn-Becker sind im Bremer Museum in der Böttcherstraße zu sehen.

Quelle: dpa

Bremen. Frank Schmidt, Direktor der Kunstsammlungen Böttcherstraße, sprach von einer Premiere: „Diese erste direkte Gegenüberstellung ermöglicht überraschende Vergleiche zwischen zwei Pionieren der Moderne, die sich bei aller Verschiedenheit vor allem als eines präsentieren: als Menschenmaler.“ Anlass ist Noldes 150. Geburtstag im nächsten Jahr. Im Frühling 1900 kreuzen sich das erste und einzige Mal die Wege beider Künstler in Paris.

Nolde bezeichnet die junge Frau aus der Künstlerkolonie Worpswede damals als „klein, fragend, lebhaft“. Paula Modersohn-Becker imponierte das ernsthafte Streben des Kollegen. Beide hatte die französische Kunstmetropole geprägt.

Die Zeitreise in der Bremer Ausstellung beginnt mit den frühen Aktstudien. Beim Zeichen nach nackten Modellen geht es Paula Modersohn-Becker um Konturen und Formen. Die Striche setzt sie deutlicher als Nolde. Den reizen eher die weichen Halbtöne und plastische Darstellungen. Im Themenraum nebenan geht es um das Maskenhafte. Noldes „Erregte Menschen“ schockieren durch Farben und Fratzen. Modersohn-Becker übersetzt das Gesicht von „Lee Hoetger“ mit kantigen Linien ins Maskenhafte. Auch die verträumten Augen im „Bildnis Rainer Maria Rilke“ wirken erstarrt. „Beide Maler wollten Typen schaffen, das Wesentliche festzuhalten“, sagt Ausstellungsmacher Schmidt.

Damals seien viele Künstler Afrika-begeistert gewesen und in die Völkerkundemuseen gepilgert. Nolde und Modersohn-Becker begeistern sich zudem für die Ursprünglichkeit von Kindern. Die Malerin lässt zwei Mädchen an einem Birkenstamm lehnen. Ihre Kleider, den Strohhut, das Teufelsmoor hält sie mit pastosem Pinselstrich fest, ohne ins Detail zu gehen. Auch Nolde geht es nicht um eine Eins-zu-eins-Abbildung seiner Modelle, sondern um das, was ihn bewegt: Die Innigkeit von Mutter und Tochter mit den plakativen Augen ist ihm wichtiger als ein wiedererkennbares Porträt.

Von Sabine Komm

Die Ausstellung „Emil Nolde trifft Paula Modersohn-Becker“ ist von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet (bis zum 29. Januar 2017). www.museen-boettcherstraße.d

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