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„Yo, das schafft uns!“

Kino: Bob, der Baumeister „Yo, das schafft uns!“

Baumeister Bob und sein belebter Maschinenpark bringen Kindern bei, wie kunterbunt das Handwerk sein kann. Normalerweise. Im Kinofilm „Bob, der Baumeister – Das Megateam: Der Film“ (Kinostart: 15. Juni) wirkt der Kinderliebling ziemlich blass und seelenlos.

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Heute muss der Staudamm werden, frisch Gesellen, seid zur Hand: Baumeister Bob (rechts) mit seinen Teamkollegen Wendy und Leo im neuen, sterilen Computertrickdesign.

Quelle: Foto: X Verleih

Hannover. Er ist eigentlich einer fürs positive Denken unserer Kinder: „Yo, wir schaffen das!“, war das Credo von Bob, dem fleißigen Baumeister, dass von Millionen Kindergartenkindern gerufen wurde. Alles ist zu erreichen, es gibt kein Problem. Alle liebten Bob, den freundlichen Handwerker, der über einen belebten Fuhr- und Maschinenpark gebot. Und solange wir in „Bob, der Baumeister – Das Megateam: Der Kinofilm“ (wer vergibt eigentlich solche Filmtitel?) nur den verschnarchten gelben Bagger Baggi sehen – er sieht aus wie ein Minion mit Schaufel – ist unsere Welt auch noch in Ordnung.

Bob wirkt wie ein Bandmitglied von Kraftwerk mit Bauhelm

Dann aber fällt die Kamera auf Bob selbst, und das schafft uns: Er ist nicht nur schmaler geworden, er ist ein blasser Antreiber, Besserwisser und Workaholic, wie ein Bandmitglied von Kraftwerk mit Bauhelm. Einer, der zum Lächeln in die Werkstattgrube geht. 2016 wurden die Figuren neu designt.

Arbeit und Sabotage

Der größte Auftrag aller Zeiten steht Bobs Team bevor: Ein Steinbruch muss geräumt, ein Staudamm errichtet werden. Schleppo, Heppo und wie Bobs Maschinen alle heißen, müssen mit dem Großmaschinenteam des hintertriebenen Baumeisters Konrad zusammenarbeiten. Statt sich in die Hände zu spucken, spuckt Konrad Bob in die Suppe: Sabotage, Katastrophe, Reparaturarbeiten. Die Botschaften am Ende: Unrecht gut gedeihet nicht. Vereint geht’s besser. Undsoweiter.

Eine schlichte Geschichte also mit ein bisschen kinderverträglichem Showdown-Thrill – erwachsenes Begleitpersonal erträgt die Stunde Laufzeit mit Müh und Not. Die Farben sind dabei so schrill, dass die Teletubbies dagegen schwarz-weiß wirken. Das steril wirkende Baby-CGI kommt nie über das Niveau animierter Fernsehserien hinaus. Kriegen wir den alten Stopmotion-Bob wieder? Seien wir optimistisch: „Yo, wir schaffen das!“

Von Matthias Halbig / RND

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