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Aktuelles Branchen-Newcomer mischen deutschen Matratzenhandel auf
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17:42 30.05.2018
Matratzen werden nicht nur im stationären Fachgeschäft verkauft. Start-ups wie Emma oder Casper bieten ihre Ware online an. Quelle: Wolfgang Kumm
Düsseldorf

Der Matratzenkauf zählte für viele Verbraucher bisher wohl nicht unbedingt zu den Shopping-Highlights. Doch das soll sich gerade ändern.

Start-ups wie Emma oder Casper, die ihre Ware vor allem online vertreiben, sei es gelungen, den Matratzenkauf "sexy" zu machen, meint Ulrich Leifeld vom Fachverband der Matratzen-Industrie.

Immerhin: Innerhalb weniger Jahre konnten sich die Start-ups nach Schätzungen des Verbandes in Deutschland einen Marktanteil von rund zehn Prozent sichern. Die Kaufhäuser verlören dagegen für den Matratzenvertrieb an Bedeutung.

Das Ende 2015 gegründete Frankfurter

Start-up Emma verkaufte nach eigenen Angaben seit der Firmengründung europaweit bereits mehr als 120.000 Matratzen. Deutschland sei dabei einer der größten Märkte. Seit September 2017 können die Matratzen auch beim Discounter Matratzen Concord gekauft werden.

Das US-Start-up Casper wollte auf Anfrage keine Verkaufszahlen verraten. Man sei "mit der wirtschaftlichen Entwicklung zufrieden". Zu den Geldgebern gehören nach Unternehmensangaben unter anderem die Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire sowie die Musiker Adam Levine und 50 Cent.

Nach Schätzungen des Fachverbandes und des Handelverbandes Textil wird in Deutschland jährlich rund eine Milliarde Euro für Matratzen ausgegeben. Im Schnitt seien Kunden bereit, zwischen 300 bis 400 Euro für eine Matratze zu investieren.

An der Frage, ob man Matratzen guten Gewissens im Internet kaufen kann, scheiden sich allerdings nach wie vor die Geister. Beim Kauf sei Beratung wichtig, meint Leifeld - und betont, Fachgeschäfte seien nicht unbedingt teurer als der Online-Handel. Auch der Handelsverband Textil warnt, im Internet könne ja schlecht Probe gelegen werden.

Um der zunehmenden Konkurrenz im Online-Geschäft entgegenzuwirken, investieren stationäre Händler wie das Dänische Bettenlager in die Digitalisierung. Angebote wie Online-Auswahl und Reservierung in der Filiale würden sich "sehr erfolgreich entwickeln", erklärt das Unternehmen aus Schleswig-Holstein auf Anfrage. Der Fachverband spricht davon, dass online noch mehr über die Matratzen informiert wird, so dass der Kunde dann gut unterrichtet ins Geschäft kommt.

Für die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ist eine zunehmende Werbung im stationären Handel durch die Online-Konkurrenz nicht erkennbar. "Der stationäre Handel hat schon immer mit riesigen Aktionsplakaten auf sich aufmerksam gemacht. Das soll suggerieren, dass etwas Spannendes beim Preis entsteht", sagt Verbraucherschützer Georg Tryba.

Ein Besuch in einem Fachgeschäft mit persönlicher Beratung muss dagegen nicht automatisch zu einem besseren Kauf führen. "Der Kunde weiß nicht, auf welche Berater er trifft und ob es Provision gibt für Verkäufe", erklärt Tryba. Wichtig beim Kauf im Internet sei, dass die Matratze bei Nichtgefallen zurückgesendet werden könne. Das Start-up Casper betont, ein zehnminütiges Probeliegen könne ohnehin nicht das Liege- und Schlafgefühl einer ganzen Nacht abbilden.

Ein Geschäftsgeheimnis ist, wie hoch genau die Rücklaufquoten der Online-Anbieter sind. Der Handelsverband Textil schätzt, das bei den Branchen-Newcomern 10 bis 20 Prozent der Matratzen zurückgeschickt werden. Im stationären Handel seien es weniger als zwei Prozent.

Für Leifeld ist eine hohe Rücklaufquote zudem "ökologisch nicht so sinnvoll". Das Start-up Emma spricht von einer Quote von fünf bis zehn Prozent. Retouren-Matratzen mit bester Qualität würden gereinigt und neu aufbereitet als B-Ware weiterverkauft. Retouren mit starken Gebrauchsspuren würden entsorgt.

Casper spendet nach eigenen Angaben zurückgeschickte Matratzen an karikative Einrichtungen.

dpa

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