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Ratgeber „Das war ein gutes Plus“
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13:32 28.04.2018
Hans Peter Wollseifer – Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks Quelle: ZDH/Schüler

Im Jahr 2017 ist die Zahl neuer Auszubildender im Handwerk zum dritten Mal in Folge und zudem deutlich stärker als in den Vorjahren gestiegen. Bis Ende Dezember 2017 waren 139 880 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen worden. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Handwerkskammern damit 2152 mehr neu eingetragene Ausbildungsverträge, das entspricht einer Steigerung von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das war ein gutes Plus. Damit hat sich 2017 der Trend verfestigt und sogar verstärkt, der schon in den beiden Vorjahren mit einem jeweiligen leichten Anstieg um 0,2 Prozent bei den Neuverträgen erkennbar war. Es sind wieder mehr Jugendliche, die eine berufliche Ausbildung und die Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk als attraktiven Karriereweg wählen. So erfreulich das ist, bleibt es dennoch weiter eine Herausforderung, möglichst alle Ausbildungsstellen zu besetzen. 2017 blieben rund 15 000 Ausbildungsplätze und damit jede zehnte Lehrstelle im Handwerk unbesetzt.

Neuverträge im Handwerk

Die Neuvertragszahlen sind in den meisten Bundesländern mindestens näherungsweise stabil geblieben oder aber gewachsen. Nur in Baden-Württemberg, Bremen, Sachsen-Anhalt und Saarland gingen die Neuvertragszahlen zurück. In den ostdeutschen Bundesländern insgesamt stieg die Zahl der Neuverträge im Handwerk sogar stärker als im Gesamtschnitt.
Den deutlichsten absoluten Anstieg bei den Neuverträgen verzeichnete Nordrhein-Westfalen mit einem Anstieg um 803 Neuverträge, was einem Zuwachs um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Prozentual gesehen gab es die höchste Steigerung an Neuverträgen in Sachsen mit einem Plus von 7,5 Prozent, es konnten in absoluten Zahlen somit 355 Neuverträge mehr als noch ein Jahr zuvor abgeschlossen werden. Neben Sachsen legten die Neuvertragszahlen auch in Brandenburg mit einem Anstieg von 7,1 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern um 2,5 Prozent und in Thüringen um 3,9 Prozent kräftig zu. In Hessen waren es 295 Neuverträge mehr und damit ein Zuwachs um 3,1 Prozent.
Die absolut betrachtet stärksten Neuvertragszuwächse gab es im Kraftfahrzeugtechniker- (+883 bzw. +4,5 Prozent), im Elektrotechniker- (+785 bzw. +6,1 Prozent) und im Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk (+538 bzw. +4,8 Prozent). Auf der anderen Seite verzeichneten das Friseur- (-458 bzw. -4,3 Prozent), das Maler- und Lackierer- (-184 bzw. -2,0 Prozent) sowie das Schornsteinfeger-Handwerk (-109 bzw. -14,6 Prozent), gegen den Trend, absolut betrachtet die stärksten Rückgänge.

Beliebte Ausbildungsberufe

Gemessen an der Zahl der Neuverträge belegen bei den zehn beliebtesten Handwerksberufe Kfz-Mechatroniker/in, Elektroniker/in und Anlagenmechaniker/in SHK wie in den Vorjahren die vorderen Plätze. Die Friseure folgen, trotz des skizzierten Rückgangs bei den Neuverträgen, weiterhin auf dem vierten Rang der beliebtesten Ausbildungsberufe.
Mit Blick auf die ausländischen Auszubildenden aus den acht nichteuropäischen Asylzugangsländern zeigen sich im Handwerk abermals starke Zuwachsraten. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Auszubildenden aus den betrachteten Ländern noch einmal mehr als verdoppelt (+6.451 bzw. +141,3 Prozent). Mittlerweile befinden sich über 11 000 Personen mit einer Staatsangehörigkeit aus einem der acht Asylzugangsländer in einer Ausbildung im Handwerk.
Mit Blick auf das gesamtwirtschaftliche Ausbildungsgeschehen lässt sich die besonders große Integrationsleistung des Handwerks bei der betrachteten Personengruppe anhand zweier Zahlen verdeutlichen: Auf die Auszubildenden insgesamt betrachtet beträgt der Anteil von Handwerksauszubildenden 27 Prozent. Von allen Auszubildenden mit einer Staatsangehörigkeit aus einem der acht Asylzugangsländer absolviert hingegen knapp die Hälfte (aktuellste mögliche Daten für 2016: 48,4 Prozent) eine Ausbildung im Handwerk. Die größte Gruppe unter den acht betrachteten Ländern stellen, wie bereits im Vorjahr, Auszubildende mit einer afghanischen Staatsangehörigkeit (39,1 Prozent). Ihre Zahl nahm im Vorjahresvergleich absolut betrachtet auch am stärksten zu (+2.663). ZDH

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