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50 Jahre Lektorat für bulgarische Sprache an der Uni Göttingen

Jubiläum 50 Jahre Lektorat für bulgarische Sprache an der Uni Göttingen

Bulgarisch gilt als „erste schriftliche slavische Sprache“. Darauf sind die Bulgaren stolz und feiern am 24. Mai den Tag der bulgarischen Sprache. Dr. Krastina Arbova-Georgieva hat auch Grund zum Feiern: Sie ist an der Universität Göttingen Inhaberin eines Postens, der seit 50 Jahren besteht – das Bulgarisch-Lektorat.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Aufgabe des Bulgarisch-Lektorats ist es, die Bulgarische Kultur zu vermitteln. Dabei geht es nicht nur um das Erlernen der Sprache, auch die bulgarische Literatur wird betrachtet.

Ebenso richtet das Lektorat einen Blick auf die Landeskunde der südosteuropäischen Republik und schildert seinen Studierenden den Alltag und die Lebensweise der dortigen Bevölkerung. Dazu werden in Göttingen seit jeher bulgarische Lektoren eingesetzt.

Am 1. April 1936 wurde in Göttingen ein „Slavischer Lehrapparat“ eingerichtet. Im Mai 1948 ging daraus das Seminar für Slavische Philologie hervor, dessen Leitung 1949 von Maximilian Braun, seit 1938 außerplanmäßiger Professor für Slavistik, übernommen wurde.

Die Studierenden konnten bei Braun die bulgarische Sprache bereits im Wintersemester 1940/41 lernen.

Braun und seine Mitarbeiter reisten wiederholt in slavische Länder, unter anderem nach Bulgarien (1962), und konnten dort Kontakte knüpfen.

1963 gegründet

Weil Braun seit 1962 die bundesdeutsche Slavistik im internationalen Slavisten-Komitee vertrat, fielen dem Göttinger Seminar für Slavische Philologie wichtige Aufgaben bei der Vorbereitung zum Slavistenkongress 1963 in Sofia zu.

Erstmals sollte die Slavistik der Bundesrepublik durch einen repräsentativen Kongressband im internationalen Rahmen hervortreten. Der Band „Slavische Studien zum V. Internationalen Slavistenkongress in Sofia“ wurde in Göttingen bearbeitet und gedruckt.

Braun gab das Werk zusammen mit Erwin Koschmieder heraus.

Das Bulgarisch-Lektorat wurde 1963 im Zuge der Vorbereitungen zum internationalen Slavistenkongress gegründet.

Seither ist die Bulgaristik neben Russisch, Polnisch, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch, Tschechisch und Ukrainisch eine der Sprachen, die man am Slavischen Seminar studieren kann.

Internationales Team von 19 Lehrenden

Weil die Bulgarisch-Kurse als sogenannte Schlüsselkompetenz-Seminare gewählt werden, können sie Studierende aller Fachrichtungen belegen.

Gegenwärtig teilt sich Prof. Uwe Junghanns (Sprachwissenschaft) die Leitung des Slavischen Seminars mit Prof. Matthias Freise (Literaturwissenschaft).

Das Institut verfügt über ein internationales Team von 19 Lehrenden. Wie viele Studierende am Slavischen Seminar Kurse besuchen, lässt sich aber nur schwer bestimmen, stellt Junghanns fest. Man schätze die Anzahl aber auf über 200 Studierende.

Private Gründe Hauptmotivation

Der Anteil der Bulgarisch-Lernenden umfasse dabei „einige Dutzend“, sagt Junghanns. Eine rückläufige Tendenz lasse sich aber nicht beobachten, berichtet der Institutsleiter: „Das Interesse wächst mäßig.“ Auch Arbova-Georgieva bemerkt einen Zuwachs.

Zwar seien private Gründe immer noch die Hauptmotivation für das Lernen der bulgarischen Sprache, nach dem Beitritt Bulgariens zur Europäischen Union im Jahr 2007 beobachte sie aber auch eine gestiegene Aufmerksamkeit für die Wirtschaft des Landes.

Bulgarisch sei auch für Studierende der politikwissenschaftlichen oder wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereiche interessant geworden.

Das Slavische Semiar unterstützt die Lernenden nicht nur im theoretischen Lernen, sondern ermutigt auch zur praktische Erfahrung.

Bulgarische Kultur auch praktisch erfahren

Durch die Partnerschaftsbeziehungen mit Universitäten in Bulgarien (Sofia und Plovdiv) können die Studierenden verschiedene Möglichkeiten für den Ausbau der Sprachkenntnisse nutzen – von studienrelevanten Auslandsaufenthalten bis Praktika und Sommerkursen.

Unterstützung erhalten sie über Stipendien vom Bulgarischen Ministerium für Kultur und Sprache.

Dass die Studierenden der Göttinger Slavistik nicht nur im universitären Rahmen Wissen ansammeln, sondern die bulgarische Kultur auch praktisch erfahren, hält Arbova-Georgieva für notwendig: „Mir ist sehr wichtig, dass die Studenten mit bulgarischen Einwohnern aus Göttingen zusammenkommen.“

So gebe es in der Stadt eine bulgarische Tanzgruppe, an der Studierende zuweilen teilnehmen. Auch wurde von Arbova-Georgieva ein Stammtisch für Studenten und in der Stadt lebende Bulgaren eingerichtet.

Von Daniela Lottmann

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