Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Affen zu Forschungszwecken in die Röhre

Primatenzentrum erhält Bildgebungszentrum  Affen zu Forschungszwecken in die Röhre

Das Deutsche Primatenzentrum in Göttingen (DPZ) erhält für zwölf Millionen Euro ein neues Spezialgebäude, das den Wissenschaftlern neue Möglichkeiten unter anderem in der Hirnforschung eröffnen wird. Das niedersächsische Wissenschaftsministerium ha-be kürzlich die Mittel für den Bau eines Bildgebungszentrums freigegeben, teilte DPZ-Sprecherin Susanne Diederich mit. Die Bauarbeiten sollen im kommenden April beginnen und bis zum Sommer 2014 dauern.

Voriger Artikel
Zu viel Zellstress schwächt den Muskel
Nächster Artikel
Lothar Perlitt gestorben

Besichtigung: Eine Gruppe erkundet das Primatenzentrum. Im April beginnen die Bauarbeiten am zwölf Millionen teuren Neubau.

Quelle: EF

Herzstück des dreistöckigen Neubaus werden zwei unterschiedlich große Magnetresonanztomografen (MRT) sein. Mit diesen Geräten können die Forscher beispielsweise die Verteilung von Aktivität über die Gehirnoberfläche beobachten und so dem Gehirn beim Denken zusehen. In dem größeren Gerät können die Wissenschaftler Rhesusaffen und Menschen untersuchen, das zweite Gerät ist für kleinere Primaten und Nagetiere wie Ratten oder Mäuse geeignet.

S. Treue

S. Treue

Quelle:

Der Schwerpunkt der Untersuchungen werde auf der Hirnforschung liegen, erläuterte DPZ-Geschäftsführer Professor Stefan Treue. Daneben werde es eine Kooperation mit der Universitätsmedizin geben. Wissenschaftler des Göttinger Herzzentrums wollen die Geräte für kardiologische Untersuchungen nutzen. Außerdem sind Forschungen im Bereich neurodegenerativer Erkrankungen und der Infektionsbiologie geplant. Hier geht es darum, über einen längeren Zeitraum die Entwicklung von degenerativen Prozessen beispielsweise im Gehirn, im Herzen oder in den Gelenken zu verfolgen. Die MRT-Geräte werden im Erdgeschoss des Neubaus stehen, dort wird es außerdem mehrere Laborräume geben.

Die Technik der MRT-Geräte sowie mehrere Büros und ein Seminarraum befinden sich in der ersten Etage. Im Obergeschoss sollen mehrere Tierhaltungseinheiten mit einem Außenbereich eingerichtet werden. Dies habe den Vorteil, dass die Tiere nahe bei den Geräten und Labors untergebracht seien, sagte Treue. Je nach Tierart können dort bis zu 50 Tiere gehalten werden.  

Um mit den Tieren arbeiten zu können, ist allerdings zunächst ein längeres Training erforderlich. „Wir müssen ihnen beibringen, sich wie menschliche Versuchspersonen nicht während der Messungen zu bewegen“, erläuterte der Neurobiologe, der im Jahr 2010 für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Aufmerksamkeitsforschung mit dem renommierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet wurde. Um die Tiere an die Geräte und ihre lauten Klopfgeräusche zu gewöhnen, sollen sie zunächst in Nachbauten der Tomografen trainiert werden. Gleichzeitig mit dem Neubau wird am Deutschen Primatenzentrum eine neue Abteilung eingerichtet, die sich speziell um die Nutzung und Weiterentwicklung funktioneller bildgebender Verfahren für die Forschung kümmert.

Die bundesweit einzigartige Wissenschaftseinrichtung in Göttingen, die anteilig vom Bund und den Ländern finanziert wird, ist in jüngster Zeit stark expandiert. So hat sich in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Mitarbeiter auf jetzt 400 verdoppelt. Wegen des gestiegenen Platzbedarfs wird es demnächst noch eine weitere Baustelle geben: Ebenfalls im kommenden Frühjahr beginnen die Bauarbeiten für ein 9,4 Millionen Euro teures Multifunktionsgebäude. Dort sollen künftig außer Verwaltung und Stabsstellen auch Veranstaltungsräume sowie zwei Forschergruppen untergebracht werden.

Von Heidi Niemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus