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Ein Stück vom größeren Kuchen

„Aufklärung 2.0“ mit Wirtschaftswissenschaftlerin Isabel Schnabel Ein Stück vom größeren Kuchen

Das Jahresgutachten 2016/ 17 der fünf Wirtschaftsweisen hat Isabel Schnabel zum Thema der Ringvorlesung „Aufklärung 2.0“ an der Universität Göttingen gemacht.

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Containerhafen Hamburg: Auch die Summe der dort umgeschlagenen Waren ist ein Hinweis auf die wirtschaftliche Lage.

Quelle: Daniel Bockwoldt

Göttingen. In dem Vortrag „Aufklärung über die wirtschaftliche Lage“ der Wirtschaftswissenschaftlerin von der Universität Bonn ging es um Prognosen für das kommende Jahr. „Die ‚schwarze Null‘ hält.“ Zu Beginn ihres Vortrags gibt Schnabel einen Überblick über die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft. Mit einer für 2017 prognostizierten Schuldenquote von 65,7 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt könne das Land „seiner Rolle als Stabilitätsanker in Europa weiter gerecht werden“, erklärt die Professorin für Finanzmarktökonomie an der Universität Bonn.

Ihre Ausführungen unterstützt sie mit zahlreichen Diagrammen, die den Arbeitsmarkt und das Zinsniveau anschaulich darstellen. Sie verzichtet dabei nicht auf Fachvokabular, erklärt komplizierte Sachverhalte aber in eigenen Worten. So bricht sie das 550 Seiten umfassende Jahresgutachten des „Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage“, das im November veröffentlicht wurde, auf zentrale Aspekte herunter. Es ergibt sich trotzdem ein umfassendes Bild der wirtschaftlichen Lage in Deutschland und der Europäischen Union.

Seit Juni 2014 ist Schnabel eine der fünf Experten, die die Bundesregierung auch außerhalb ihres jährlich erscheinenden Berichtes in Wirtschaftsfragen beraten. Das Bundeskabinett hat kürzlich dem Bundespräsidenten vorgeschlagen, ihre Amtszeit bis 2022 zu verlängern. Im Bereich der deutschen Wirtschaft rät das Gutachten zu einer Politik, die sich ein konstantes Wachstum zum Ziel setzt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu bewahren. Wirtschaftliche Reformen im Hinblick auf die demografischen Entwicklungen und eine verstärkte Investition in die lebenslange Bildung sollen die staatliche Altersvorsorge langfristig sichern.

In der Flüchtlingspolitik sieht Schnabel eine Herausforderung in der Integration. „Tatsächlich ist es aber so, dass die Auswirkungen auf die langfristige Tragfähigkeit relativ gering sind“, relativiert sie die Ausgaben des Bundes in diesem Bereich. Ihre Ausführungen zur Ungleichheit in Deutschland, die sich seit 1990 erhöht habe, beschließt sie mit einem scheinbar allgemein gültigen Grundsatz: „Es lässt sich viel leichter verteilen, wenn der Kuchen größer ist.“ jap

Die Vorträge in der Reihe „Aufklärung 2.0“ werden bis Dienstag, 31. Januar 2017, dienstags um 18.15 Uhr in der Aula der Universität, Wilhelmsplatz 1, gehalten. In der nächsten Vorlesung am Dienstag, 10. Januar, spricht der Göttinger Professor Werner Heun über „Aufklärung, Revolution und Menschenrechte“.

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