Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Lichtenberg geht in die Luft

Ausstellung zeigt physikalisches Kabinett Lichtenberg geht in die Luft

Ein kleinwüchsiger Göttinger füllt das akademische Sommerloch. An Georg Christoph Lichtenberg kommt zurzeit keiner vorbei. Am Vorabend Lichtenbergs 275. Geburtstags ist am Freitag in der Paulinerkirche die Ausstellung "DingeDenkenLichtenberg" eröffnet worden.

Voriger Artikel
Xlab-Stiftung baut Begegnungszentrum
Nächster Artikel
"Positive Impulse geben"
Quelle: Hartwig

Göttingen. Die Ausstellung dreht sich nicht um den scharfzüngigen Aphoristiker, sondern um den Naturwissenschaftler Lichtenberg, um seine Experimente und Instrumente aus der Pionierzeit der Physik. Der Andrang bei der Eröffnung war so groß, dass aus Brandschutzgründen nicht alle Besucher in den Alfred-Hessel-Saal eingelassen werden konnten. Mit einem ebenso luftigen wie kniffligen Schätzspiel wurden die Gäste einbezogen: An kleine Lichtenberg-Büsten aus den 3-D-Druckern der Universitätsbibliothek waren Helium-Ballons in verschiedenen Größen angebunden. Zu erraten war der Ballon mit der kleinsten Hubkraft, mit der Lichtenberg in die Luft steigt.

"Teaser" fürs Forum Wissen

An Lichtenbergs Traum vom Fliegen knüpfte Marie Luisa Allemeyer in ihrem Grußwort an. Die Direktorin der Zentralen Kustodie der Uni zitierte aus seinen "Vermischten Gedanken über die aerostatischen Maschinen" über eine mit Helium gefüllte Kugel: "Wird die Kugel so groß gemacht, einen Menschen zu heben, so wird der Nutzen unabsehbar."

Die Ausstellung lade auch Menschen, die bisher wenig Berührung mit Wissenschaft hatten, dazu ein, sich Lichtenbergs Welt zu erschließen, lasse sie am gelebten Umsetzen seiner Ideen teilhaben, sagte Allemeyer. "DingeDenkenLichtenberg" sei auch ein "Teaser" für das Forum Wissen, das bis Ende 2019 die mehr als 70 historischen Sammlungen der Universität im ehemaligen Zoologischen Institut bündeln soll. In einigen Tagen soll in Kooperation mit dem Portal Kulturerbe Niedersachsen auch ein virtueller Rundgang durch die Ausstellung möglich sein.

Deren Konzept, Objekte in Dialog mit Lichtenbergs Denken zu bringen, erläuterte Kurator Steffen Hölscher. Die Rezeption Lichtenbergs sei nicht frei von Klischees, inzwischen werde er als exemplarische Persönlichkeit der Aufklärung gewürdigt.

Wissenschaft mit Spaßfaktor

Ulrich Joost von der Lichtenberg-Gesellschaft merkte an, warum wir Lichtenberg heute noch jeden Tag begegnen. Er habe zwar weder den Blitzableiter noch Plus und Minus erfunden, aber zum ersten Mal elektrische Ladung sichtbar gemacht - Voraussetzung auch für den Kopierer.
Zu sehen gibt es zwischen Stellwänden und Vorlesungsnotizen Lichtenbergs Kuriosa aus der Kinderstube der Physik wie Entladungsröhren und Elektrisiermaschinen, Kegel- und Zylinderspiegel, einen "Blitz in der Flasche", Fischbeinhygrometer und vieles mehr, dessen Bedeutung sich dem Laien erst durch die Erörterungen erschließt.

Ein Begleitheft und der virtuelle Rundgang ermögliche, tiefer in die Welt des 18. Jahrhunderts einzutauchen und beantworte Fragen nach der andauernden Relevanz Lichtenbergs, sagte Prof. Norbert Lossau, Vizepräsident für Infrastrukturen der Universität: "In der Beschäftigung mit Lichtenberg und dieser Ausstellung wird deutlich, dass Wissenschaft Spaß machen kann."

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus