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Berliner Poetry-Slammer zu Gast in der Musa

„Spree vom Weizen“ Berliner Poetry-Slammer zu Gast in der Musa

„Wie Slam ohne Wettbewerb, und es gibt auch noch ein bisschen Mucke.“ So erklärt Till Reiners das Abendprogramm. Die vier Berliner Poetry Slammer nennen sich „Spree vom Weizen“ und haben für ihr Publikum ein paar (Weizen-)Biere dabei. Mit Gedicht, Rap und Ratgeber haben sie in der Musa gastiert.

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Berliner Poetry-Slammer: Till Reiners.

Quelle: r

Göttingen. Reiners und das Publikum werden nicht sofort miteinander warm. Das liegt daran, dass er spielen will und dann die Publikumsfreiwilligen verspottet. Sein Spiel heißt „Dabei gewesen“, und Reiners erzählt von Situationen, die er angeblich wirklich erlebt hat. Sein Mitspieler soll erraten, ob das stimmt. Es stimmt nicht. „Ich kann einfach sehr gut lügen“, erklärt Reiners mit diabolischem Grinsen.

Frank Klötgen besticht durch prägnante Detailanalysen. Schillers Glocke schreibt er um in „Die Pocke“. So schön waren Pickel noch nie oder mit Klötgen: „Wie schön die Sterne heut furunkeln.“ Mitesser decken den Tisch ein, cremefarbene Wogen ergießen sich eruptiv: Auch wenn der Inhalt ziemlich eindeutig ekelt, die Wortverpackung ist wunderschön. Nicht umsonst nennen seine Kollegen Klötgen einen Lyriker. Er misst den Alltag mit dem Versmaß aus.

Alles nackt

Wenn Klötgen mit seiner poetischen Dampfwalze über das Publikum gefahren ist, sorgt Julian Heun für etwas Erholung. Mit Wuschelfrisur und Saucenresten auf dem Pulli nimmt man ihm den Tollpatsch ab. Er hat aber ein paar Kompensationstricks für „Leute, deren Schnürsenkel schon immer verknotet waren - mit den Haaren“. Heun schlägt vor, alles nackt zu machen: „Die Leute werden nicht fragen: Was macht er da?. Sie werden fragen: Warum ist er nackt?“

Bei Wolf Hogekamp inhaliert der Subwoover die Katze. So hört es sich an, wenn er seine Elektromusik ertönen lässt und dazu ein paar Sätze einspricht. In weißer Satinrobe mit Plüschbesatz gibt er den Beat-Opa neben seinen jüngeren Slam-Kollegen und bringt das Publikum mit nickendem Kopf und wippendem Federbesatz zum Lachen.

Die vier Slammer ergänzen sich gut: Reiners als Bösewitz, Klötgen verwandelt glänzende Haut in glänzende Worte, Heun reiht in seinem „Fragebogen“ Fragen aneinander und schafft trotzdem eine Aussage und Hogekamp sorgt für die befreienden Lacher. Eine gelungene Mischung.

Von Jorid Engler

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