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Biologe nutzt Humboldt-Forschungspreis für Studien in Göttingen

Tierisches Sozialverhalten Biologe nutzt Humboldt-Forschungspreis für Studien in Göttingen

Der ungarische Biologe Prof. Tamás Székely von der Universität Bath in Großbritannien hat einen mit 60    000 Euro dotierten Humboldt-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung erhalten. Dieser ermöglicht ihm, mit der Arbeitsgruppe von Prof. Peter Kappeler am Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen zu forschen.

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Paarung- und Erziehung: Das Sozialverhalten von Primaten, hier Rhesusaffen im Deutschen Primatenzentrum in Göttingen, wird untersucht.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Der Verhaltensbiologe Székely beschäftigt sich mit den grundlegenden Mustern tierischen Sozialverhaltens: Die Männchen konkurrieren um die Weibchen, während sich die Weibchen um den Nachwuchs kümmern. Bei einigen Arten von Insekten, Fischen und Vögeln sind diese herkömmlichen Geschlechterrollen jedoch genau andersherum: Die Männchen kümmern sich um die Jungen und die Weibchen konkurrieren um die männlichen Art-genossen.

Vertauschte Geschlechterrollen

Székely und ein internationales Forscherteam haben nun erstmals gezeigt, dass die vertauschten Geschlechterrollen in Vogelpopulationen auftreten, in denen Männchen in der Überzahl sind. „Die Männchen wenden ihre Energie für den Nachwuchs auf, weil die Chancen, eine Partnerin zu finden, als gering einzuschätzen sind“, sagt der Wissenschaftler. Die Studie ist kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.

Paarungs- und Erziehungsverhalten

Die Ergebnisse der Studie lassen vermuten, dass die Geschlechterverhältnisse bei vielen Organismen, einschließlich beim Menschen, Einfluss auf das Paarungs- und Erziehungsverhalten haben. Um diese These zu untermauern, wird Prof. Székely in diesem Jahr in Göttingen auch das Sozialverhalten von Primaten erforschen. Außerdem wird er die ökologischen und evolutionsbiologischen Gründe dafür untersuchen, warum sich die Geschlechterverhältnisse in manchen Populationen zugunsten der Weibchen, in anderen wiederum zugunsten der Männchen verschieben, obwohl die Geburtenraten ausgeglichen sind.

Székely, Jahrgang 1959 , studierte Verhaltensbiologie an der Universität Debrecen in Ungarn. Dort wurde er 1986 promoviert und habilitierte 1994. Von 1995 bis 2000 forschte er an der britischen Universität Bristol. Seit 2000 ist er an der Universität Bath tätig. Seine Forschungsthemen sind Evolutionsbiologie und Umweltschutz. Gastprofessuren führten ihn 2006 an die Harvard University und 2011 an die Universität Groningen. Seit September 2012 ist er im Rahmen einer Mercator-Professur an der Universität Bielefeld tätig. Mit dem Humboldt-Forschungspreis zeichnet die Alexander von Humboldt-Stiftung Wissenschaftler aus, deren grundlegende Erkenntnisse das eigene Fachgebiet nachhaltig geprägt haben.

pug

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