Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Buh-Rufe und die Vision einer Kommune

Richtfest Buh-Rufe und die Vision einer Kommune

Seit Anfang des Jahres laufen die Bauarbeiten am Lern- und Studiengebäude auf dem Platz der Göttinger Sieben. Rund 750 Gruppen- und Einzelarbeitsplätze in schallgedämmten Räumen und drei Zimmer für Kinderbetreuung sollen  auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern bis zum Sommersemester 2013 entstehen.

Voriger Artikel
Sternhaufen, Funkenschlag und Chemie-Parcours
Nächster Artikel
Reprogrammierung im Labor, Erkundung am Modell

Baustelle: Das Lern- und Studiengebäude soll im Sommersemester 2013 eröffnet werden.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Am gestrigen Donnerstag wurde auf der Baustelle am Reitstalltor mit rund 70 Gästen Richtfest gefeiert. Doch  so trübe das Wetter, so bedeckt war die Stimmung.

Denn bezahlt wird der Bau aus Studiengebühren – zum Unmut der anwesenden Vertreter des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). „Es ist die Aufgabe der Bundesländer, die Hochschulen so zu finanzieren, dass sie tragbar sind“, sagt etwa Vincent Lindner.

„In diesem Fall passiert das nicht.“ Dass man „so etwas Grundständiges“ wie ein Lernzentrum aus Studiengebühren bezahle, dürfe nicht passieren. „Das ist ganz klar gesetzlich geregelt“, sagt  Lindner. AStA-Kollege Tobias Fritzsche stimmt ihm zu. Zwischen neuneinhalb  und zehn Millionen Euro wird das Gebäude nach Angaben von Christian Zigenhorn kosten.

Er ist Vorsitzender der erweiterten zentralen Kommission für Studium und Lehre und entscheidet darüber mit, welche Projekte aus Studiengebühren finanziert werden.  Einzelne Buh-Rufe aus der Ecke der Studierenden werden laut, als er seine Ansprache hält.

Zigenhorn bedauert, dass die Studierenden, die gegenwärtig den Bau zahlen, nicht von ihm profitieren. Er selbst halte die Erhebung von Studiengebühren „für einen großen Fehler“. Aber solange sie gezahlt würden, habe man die Aufgabe, dass das Bestmögliche mit ihnen umgesetzt werde. Zigenhorn: „Wir haben die Möglichkeit (...) etwas Dauerhaftes zu schaffen, von dem auch zukünftige Generationen von Studierenden profitieren.“ Dafür stehe das Gebäude.

Architekt Reiner Becker hofft indes, dass in dem Gebäude nicht nur gelernt, sondern auch diskutiert werde und „auch mal eine Party stattfindet“. In seiner „Vision“  habe der Bau, dessen Räume wie in einem Hotel angeordnet seien, „etwas von einer Kommune“. Er trage „Hippie-Züge“. 

Der Berliner hebt hervor, dass Besucher auf dem Weg von der Mensa im Vorhof des Gebäudes „aufgenommen“ würden. Heimelige Gefühle wollen sich aber zumindest beim Richtfest nicht einstellen. In der kalten Zugluft zieht Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel den Mantel enger um sich.

Von Telse Wenzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus