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Chinesisch lernen und China begreifen

Drei Bachelor-Studiengänge Chinesisch lernen und China begreifen

"Das A ist die Sprache, das O ist die Landeskunde“, fasst Prof. Axel Schneider das Lernziel zusammen, wenn es um die drei Studiengänge geht, die am neuen Ostasiatischen Seminar der Universität Göttingen angeboten werden.

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China und Chinesisch im Studium: Axel Schneider mit den Studenten David Do, Ursula Dettmer und Oliver Kahle (von links).

Quelle: Hinzmann

Auf bis zu 100 Studierende sind die Studiengänge ausgerichtet, die mehr oder weniger Chinesisch-Unterricht beinhalten. Die Studenten „lernen eine der schwierigsten Sprachen der Welt und müssen von Beginn an sehr intensiv lernen“, so Schneider, der seit August 2009 das Ostasiatische Seminar der Philosophischen Fakultät leitet. Chinesisch unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von europäischen Sprachen: Schrift, Ton, Grammatik – ohne Tempus, Genus und Kasus – sind anders.

Ein Semester am Ostasiatischen Seminar haben Ursula Dettmer, David Do und Oliver Kahle inzwischen absolviert. Einig sind sie sich darin, dass in den kleinen Lerngruppen die Gemeinschaft hervorragend ist. Mandarin-Unterricht haben sie in Gruppen von bis zu 15 Studenten bei Lehrkräften aus Peking (China) und Taipeh (Taiwan). Mit Studierenden aus China wird ein- bis zweimal pro Woche in Tandempartnerschaften gelernt. Die Teams werden von der Fachschaft organisiert und bringen beiden Seiten Vorteile: Die Chinesen lernen Deutsch, die Deutschen lernen Chinesisch.

„Für mich war die Sprache wahrscheinlich nicht so abstrakt“, erzählt David Do, dessen Familie aus China stammt. Deshalb konnte er einige Töne in Mandarin und Kantonesisch. Aber die Schrift muss Do, der im Mono-Bachelor Moderne Sinologie ist, genauso reinpauken wie seine Kommilitonen.

Dettmer studiert Chinesisch als Fremdsprache (CaF) und Deutsch. Sprache und Schrift zu lernen, sei zeitintensiv, findet sie. Die ungewohnten Schriftzeichen sind für sie, die auch Japanisch lernt, zu verstehen, „wenn man bereit ist, das System hinter der Schrift zu erkennen“. 450 Schriftzeichen haben die Studenten bisher gelernt. Wer in China studieren will, sollte 3000 beherrschen, bis zu 8000 sind fürs moderne Chinesisch in Gebrauch und 98     000 gibt es.

So wird auch nach dem Unterricht viel gearbeitet, bis zu vier Stunden am Tag, um Zeichen und Grammatik zu lernen, erzählt Kahle. Er studiert Volkswirtschaftslehre und CaF. „Ich will die Sprache sprechen“, sagt Kahle. In den kleinen Gruppen habe er ganz andere, bessere Lernerfahrungen gemacht als im Zweitfach, erzählt der Student und erhält Zustimmung von Kommilitonin Dettmer. Die kann sich gut vorstellen, später einmal in China oder Japan zu arbeiten.

Für eine Berufstätigkeit in China, so Schneider, „muss man den Master haben“. Im nächsten Jahr wird ein Master-Studiengang in Göttingen angeboten. Die Bachelor-Studiengänge sind kompatibel mit denen der Universitäten Erlangen, Heidelberg, Tübingen und Wien.

Als moderne Regionalwissenschaft soll die neue Göttinger Sinologie verstanden werden. Ihre Schwerpunkte sind die Erforschung des modernen Chinas seit 1800, der interregional-vergleichende Ansatz zum Beispiel mit Indien und die Zusammenarbeit mit benachbarten Kultur- und Sozialwissenschaften.

Mit drei Professuren ausgestattet, kann thematisch ein breites Angebot an Kursen zum modernen China angeboten werden. Aber Schneider, der an den Universitäten in Peking und Taipeh tätig war, gibt zu bedenken, dass man dem Land in seiner Größe und Bedeutung gar nicht gerecht werden kann. Der Ostasien-Experte strebt eine stärkere Verzahnung der Fachwissenschaften an, um aus der „Sino-Ecke rauszukommen, wäre es gut, in jeder Fachwissenschaft einen China-Experten zu etablieren“.

  China-Studiengänge an der Universität Göttingen
 

Drei Bachelorstudiengänge bietet das Ostasiatische Seminar der Universität Göttingen an, die 2012 um Masterstudiengänge ergänzt werden sollen. Derzeit sind 65 Studienplätze vergeben.

Im Studiengang moderne Sinologie steht die Sprachausbildung im Mittelpunkt, ein Auslandssemester in China, Unterricht in Geschichte, Recht, Politik, Philosophie, Wirtschaft und Gesellschaft des modernen China sowie kultur- und sozialwissenschaftliche Methoden und Theorien sind weitere Fächer.

Basiskenntnisse der modernen Hochsprache und Gesellschaftskunde vermittelt der Zwei-Fach-Bachelor Modernes China; ein Zweitfach und Fächer mit Schlüssekompetenzen sind ebenfalls Teil des Studiengangs.

Der Zwei-Fach-Bachelor Chinesisch als Fremdsprache ist auch als Lehramt zu belegen. Hier stehen eine intensive Ausbildung des modernen Hochchinesisch auf dem Lehrplan, ein Auslandssemester China, landeskundliche und historische Grundkenntnisse und ein Zweitfach sowie weitere Fächer mit Schlüssekompetenzen und im Bereich Professionalisierung.

www.uni-goettingen.de/oaw

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