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Herausforderung Master

Uni Göttingen Herausforderung Master

Wer sich dafür entscheidet, nach dem Bachelorstudium an derselben Uni einen Master anzuschließen, hat deshalb nicht gleich einen Studienplatz sicher. Das wissen auch Agrarwissenschaftsstudentin Juliane und BWL-Student Lucas K.. Beide machen sich Sorgen, den Übergang in Göttingen nicht zu schaffen.

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Quelle: Hinzmann (Symbolbild)

Göttingen. Damit sind sie nicht allein: „Das ist ein grundsätzliches Problem seit es Bachelor und Master gibt, weil es immer weniger Master- als Bachelorplätze gibt“, sagt Romas Bielke, Pressesprecher der Universität Göttingen. Die Idee dahinter, dass Studenten schon nach dem Bachelorstudium auf den Arbeitsmarkt wechseln, scheint nicht aufzugehen. Für viele Studenten gehört ein Master dazu.

So mittlerweile auch für die 24-jährige Juliane, die sich erst während ihres Bachelorstudiums darüber klar wurde, dass sie im Anschluss gern einen passenden Master machen möchte, um bessere Berufschancen zu haben. Sie kommt zwar von einem landwirtschaftlichen Betrieb in Sachsen, diesen würde aber ihr Bruder übernehmen. „Für einen Job beispielsweise in der Betriebsberatung ist ein Masterabschluss besser“, sagt sie.

Die Studentin ist jetzt im sechsten Semester, hat gerade ihre letzte Klausur geschrieben und ist „scheinfrei“, wie sie sagt - muss also nur noch ihre Bachelorarbeit schreiben, um den Abschluss zu erreichen. Und sich dann für ihren Wunsch-Agrar-Master mit Schwerpunkt Agribusiness zu bewerben.

Gute Noten nötig

„Zurzeit sind weniger als ein Drittel der Masterstudiengänge der Universität Göttingen zulassungsbeschränkt“, sagt Uni-Sprecher Bielke. Für mehr als 60 Prozent der Masterstudiengänge werde also jeder zugelassen, der ein fachlich einschlägiges Bachelorstudium mitbringe. Der Agrar-Master-Platz, für den sich Juliane interessiert, gehört allerdings zu dem Drittel der umkämpften Studienplätze, für die gute Noten benötigt werden. An eine andere Uni wechseln möchte sie trotzdem ungern: „Der wirtschaftliche Agrar-Master soll in Göttingen am besten sein“, sagt die junge Frau mit den langen, braunen Haaren. So würden sich meist nicht nur Göttinger Absolventen, sondern auch auswärtige für den Master bewerben. Und den Behauptungen mancher Gerüchte entgegensprechend würden Studenten, die ihren Bachelor in Göttingen gemacht haben, für den Master nicht bevorzugt, wie Bielke mitteilt.

Lucas hat dasselbe Problem wie Juliane: Auch die BWL-Master sind an der Uni Göttingen zulassungsbeschränkt. „BWL studieren sehr viele, deshalb sind die Masterplätze an einer renommierten Uni wie Göttingen umkämpft“, sagt er. Wirtschaftliche Studiengänge hätten an der Uni Göttingen einen guten Ruf, außerdem fühle er sich in der Stadt wohl und wolle gern hier bleiben. Er schreibe zwar erst im kommenden Sommersemester seine Bachelorarbeit, wolle sich aber trotzdem schon für ebendieses Semester für den Master bewerben - und in dem Fall, dass er genommen wird, parallel zum Bachelorarbeit-Schreiben Masterseminare besuchen. Zu diesem Schritt habe ihm auch eine Studienberaterin geraten.

Druck ist immer höher

„Im Sommersemester sollen die Chancen höher sein“, sagt er. Dann gebe es meist weniger Bewerber. „Gerade im Wintersemester ist die Konkurrenz sehr groß“, sagt Lucas. Und der Druck auf diejenigen, die unbedingt genommen werden wollen, ebenso. „Ich bin jemand, der sich selbst viel unter Druck setzt“, sagt der 22-Jährige. Dass der Numerus Clausus (NC) in Göttingen „echt hoch“ sei, verschärfe den Druck nochmal. „Je näher an der 2,0, desto besser“, sagt der junge Mann, der gerade im sechsten Semester studiert. Zurzeit liege er etwa bei einem Notendurchschnitt von 2,5. An den Agrar-NC der vergangenen Semester kommt auch Juliane nicht heran. „Ich war immer die Durchschnittsschülerin, es ging oft nur ums Bestehen“, erzählt die Studentin. Nun sei der Druck, gute Noten zu schreiben, umso größer. „Ich habe nicht mehr so viele Chancen, meinen Schnitt zu verbessern.“

Deshalb hat sie auch einen Plan B: „Ich werde mich auch an anderen Unis bewerben“, sagt Juliane. Wie Lucas werde sie es erstmal zum Sommersemester versuchen. „Wenn das nicht klappt, arbeite ich wahrscheinlich erstmal noch bis zum Wintersemester und versuche es dann nochmal.“ Eine andere Möglichkeit sei es, an einer anderen Uni den Master anzufangen und dann zu versuchen, nach einem Semester nach Göttingen zu wechseln. Das ist für Lucas keine Option: „Wenn ich für den Master an eine andere Uni muss, bleibe ich da auch“, sagt er. Und hofft, dass es soweit gar nicht erst kommt.

Zitat: „Das ist ein grundsätzliches Problem seit es Bachelor und Master gibt, weil es immer weniger Master- als Bachelorplätze gibt.“ Romas Bielke, Pressesprecher der Universität Göttingen

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