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Diabetes: Herzzellen im Stress

Forschung Diabetes: Herzzellen im Stress

Diabetes verdoppelt das Risiko, nach einem Herzinfarkt zu sterben. Über die Mechanismen des sogenannten „Diabetes-Faktors“ bei Todesfällen nach Herzinfarkt war bisher nur wenig bekannt.

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Quelle: Rumpenhorst dpa/lhe (Symbolbild)

Göttingen. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der University of Iowa (USA) haben eine mögliche Erklärung für die Zusammenhänge gefunden. Als Ursache konnte erstmals das im Herzgewebe von Diabetikern oxidierte Protein CaMKII identifiziert werden. Damit eröffnen sich nach Angaben der UMG-Herzspezialisten neue Behandlungsstrategien.

„Die Ergebnisse unserer Studie legen nahe, dass es ein durch oxidativen Stress aktiviertes Protein CaMKII ist, das die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Todes bei Diabetikern nach einem Herzinfarkt deutlich erhöht“, sagt Prof. Lars S. Maier, lei-tender Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Pneumologie am UMG-Herzzentrum und Koautor der Studie.

Weitere Untersuchungen haben gezeigt: Wenn der oxidative Stress auf die Herzzellen gebremst wird, sinkt die Gefahr einer erhöhten Sterblichkeit nach Herzinfarkt bei Diabetes.

Aktuell können Patienten mit hohen Mengen an oxidiertem CaMKII im Herzgewebe nicht behandelt werden. Die Ergebnisse der Studie ermöglichen es aber, die Warnsignale des Herzens besser zu erkennen.

„Unsere Untersuchung am Mausmodell weist darauf hin, dass eine gestörte Herzfrequenzvariabilität und eine langsame Herzfrequenz nach einem Herzinfarkt bei Hochrisiko-Patienten mit Diabetes ein Grund für einen plötzlichen Herztod sein könnte. Daher sollte möglicherweise darauf geachtet werden, dass diese so genannten „bradykarden“ Phasen langsamen Herzschlags möglichst verhindert werden“, so Herzspezialist Maier.

Die von 2010 bis 2012 dauernde Untersuchung mit an Diabetes erkrankten Mäusen wurde durchgeführt im Leducq-Netzwerk „Alliance for CaMKII Signaling in Heart“. Die Forschungsergebnisse sind veröffentlicht im internationalen Medizinjournal „Journal of Clinical Investigation“.

eb

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