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Dürren sind nur ein kleiner Teil des Problems

Verbraucherbefragung Dürren sind nur ein kleiner Teil des Problems

Die Deutschen betrachten die Landwirtschaft nur in geringem Maß als mögliche Lösung für den Hunger auf der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Verbraucherbefragung der Universität Göttingen. Die Wissenschaftler haben 1200 Verbraucher in Deutschland zu möglichen Ursachen der Welthungerproblematik und zu Lösungsansätzen befragt.

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Quelle: pug

Laut des jüngsten Hungerberichts der Vereinten Nationen leiden rund 870 Millionen Menschen auf der Welt an Unterernährung. Die weltweite Nachfrage nach Getreide wächst schneller als das Angebot, so dass die Preise in die Höhe gehen. Um mit der Nachfrage Schritt zu halten, wird die Agrarproduktion bis 2050 deutlich gesteigert werden müssen – was angesichts des Klimawandels und knapper Ressourcen eine große Herausforderung darstellt.

Trotzdem sieht die Mehrheit der Deutschen die Lösung für das globale Ernährungsproblem nicht primär in der Landwirtschaft. Als Hauptursachen für den Hunger gelten vielmehr Dürren, Kriege und Konflikte sowie Korruption in den Entwicklungsländern. Aspekte, die unmittelbar mit der Landwirtschaft in Verbindung stehen – beispielsweise fehlende moderne Technologien in Entwicklungsländern und Nachernteverluste – schätzten die Befragten als relativ unbedeutend ein.

„Dürren, Kriege und Konflikte sind häufig in den Medien, machen aber de facto nur einen kleinen Teil des Hungerproblems aus“, so der Leiter der Studie, Prof. Matin Qaim vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen, der die Befragung mit seinen Mitarbeitern Wilhelm Klümper und Jonas Kathage durchführte.

Auch die Frage, ob Hunger eher ein Problem der Verteilung oder der Produktion von Lebensmitteln ist, war Gegenstand der Erhebung: Die meisten Deutschen sehen Verteilungsprobleme als Ursache für den Welthunger an. Verbesserungen erhoffen sie sich vor allem durch den verstärkten Anbau ertragreicher Pflanzensorten, Ökolandbau, fairen Handel und ein Verbot der Spekulation mit Lebensmitteln.

Negativ bewertet werden der Einsatz von Gentechnik, Düngern und Pflanzenschutzmitteln. Viele Befragte sind der Ansicht, das Konsumverhalten innerhalb der Europäischen Union könne das Welternährungsproblem beeinflussen – gaben jedoch auch an, dass das Thema bei ihrem persönlichen Konsumverhalten keine bedeutende Rolle spiele.

„Die Ergebnisse der Befragung machen deutlich, dass die öffentliche Meinung zum Thema Welternährung stark durch positive und negative Vorurteile geprägt ist“, so Qaim. Um einer wachsenden Weltbevölkerung Ernährungssicherheit bieten zu können, werden Innovation und ressourceneffiziente Wertschöpfung zunehmend wichtig. Das erfordere auch ein gesellschaftliches Umdenken.

chb/pug

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