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„Ich bin erschreckend verplant“

EON-Chef zu Gast an der Universität „Ich bin erschreckend verplant“

Der Vorstandsvorsitzende der E.ON SE und Alumnus der Universität Göttingen Johannes Teyssen war am Donnerstag an seiner Alma Mater zu Gast, um vor Studenten und Unternehmern zu sprechen. Sein Thema: „Marktbrüche & strategische Antworten – E.ON und die Energiewirtschaft“.

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Johannes Teysen Vorsitzender des Vorstandes der EON SE spricht über Marktbrüche und Energiewirtschaft im Hörsaal 009 der Universität Göttingen.

Quelle: Marks

Göttingen. Viele Studenten wollten den deutschen Top-Manager live erleben. Unter den Gästen waren auch die Präsidentin der Göttinger Universität Prof. Ulrike Beisiegel sowie Kilian Bizer, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Göttingen. Prof. Jutta Geldermann von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät begrüßte Teyssen im gut gefüllten Hörsaal 009.

Der Niedersachse Teyssen fühlte sich sichtlich wohl, an seiner alten Wirkungsstätte sprechen zu dürfen. Freundlich und unkompliziert war das Auftreten des Topmanagers mit Göttinger Wurzeln. „Es ist wichtig für mich, die Verbindung mit der Universität Göttingen aufrecht zu halten“, erklärte der 58-Jährige. Damit könne er einen Teil dazu beitragen, dass sich auch heutige Studenten mit ihren Universitäten stärker identifizieren. Der gebürtige Hildesheimer hatte von 1979 bis 1984 Rechtswissenschaften in Freiburg und Göttingen studiert. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Göttingen tätig.

Steile Karriere

Danach begann eine steile Karriere. Im Jahr 1991 wurde er mit einer rechtsvergleichenden Arbeit zum Verhältnis von Legislative und Judikative im Strafverfahrensrecht in den USA und in der Bundesrepublik Deutschland promoviert. Nach beruflichen Stationen bei Energieerzeugern in Hannover, Helmstedt und München ist er seit 2004 in Düsseldorf in der EON-Zentrale tätig, seit 2010 als Vorstandsvorsitzender.

Die wohl größte Aufspaltung eines Unternehmens in der deutschen Wirtschaftsgeschichte hat Teyssen als EON-Chef im Jahr 2015 mit vorbereitet. Er wollte mit der Aufteilung in „alte“ und „neue“ Energie die Potenziale beider Bereiche besser ausschöpfen. Der EON-Mutterkonzern konzentrierte sich damals auf erneuerbare Energie und den Vertrieb. Die Kraftwerksparte blieb zusammen mit dem Handel unter dem neuen Namen Uniper zurück. Später sollte Uniper an der Börse notiert werden. Eine Mammutaufgabe für die Unternehmensleitung und sämtliche Mitarbeiter.

Erneuerbare Energien

Inzwischen hat sich der Konzern unter der Führung von Teyssen von hohen Verlusten wieder erholt. Doch der Weg zur Gesundung des Konzern ist noch lang. Insbesondere erneuerbare Energien haben es schwer. „Die Energiewende ist in Deutschland noch lange nicht geschafft, das wird noch einige Zeit dauern“, betonte Teyssen. Der Anteil an fossilen Energieträgern werde noch einige Jahre hoch bleiben, prognostiziert Teyssen.

Die Studierenden interessierte am Rande, wie ein Tagesablauf des EON-Chefs aussieht. „Ich bin erschreckend verplant“, antwortete Teyssen. Er staune, wie voll sein Terminkalender bereits im Januar für das gesamte Jahr sei. Er habe aber gelernt, auch berufsfremde Dinge wie zum Beispiel einen Museumsbesuch oder verrückte Konzerte zu genießen. Auch die Familie sei wichtig für ihn. „Ich nehme mir die Zeit dafür, denn nur so kommt man auf gute Gedanken“, betont Teyssen.

Von Bernard Marks

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