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Ein Dialog „über die Fächergrenzen hinweg“

Feier der Akademie der Wissenschaften Ein Dialog „über die Fächergrenzen hinweg“

Es gibt Desiderata, die nur von der Akademie aufgenommen werden können“. Akademie-Präsident Prof. Stefan Tangermann machte die besondere Stellung der Akademie der Wissenschaften für den Wissenschaftsstandort Göttingen deutlich, auch im Hinblick auf die enge Kooperation mit der Universität Göttingen.

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Projekte und Musik: Stefan Tangermann (links) und Eckart Altenmüller.

Quelle: Vetter

Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen hat mit einem Bericht über aktuelle Aktivitäten, einer Preisverleihung für Nachwuchswissenschaftler und einem Festvortrag ihre Jahresfeier begangen. Mit der Vereinigung von rund 400 Wissenschaftlern aus den Geistes- und Naturwissenschaften liegt diese besondere Rolle vor allem in ihrer Forschungspotenz begründet.Josef Lange, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, betonte in seinem Grußwort zudem die Wichtigkeit der Politik- und Gesellschaftsberatung.

In seinem Jahresbericht gab Tangermann einen Überblick über aktuelle Aktivitäten und Projekte. Zentral für die Plenarsitzungen der Göttinger Akademie sei trotz ihres geisteswissenschaftlichen Schwerpunktes in der Projektbetreuung ein Dialog „über die Fächergrenzen hinweg“, so der Präsident. Alle Forschungsprojekte werden ungeachtet ihrer Disziplin stets vor Geistes- und Naturwissenschaftlern diskutiert, was verglichen mit anderen Akademien eine Göttinger Besonderheit darstellt.

Aus den 24 Projekten, die die Einrichtung betreut, hob Tangermann einige hervor: „Johann Friedrich Blumenbach-online“ soll die zahlreichen Schriften des 1752 geborenen Göttinger Professors für Medizin und Naturgeschichte erschließen und mit neuen Medien zugänglich machen. Dieses Kooperationsprojekt mit der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen ist nur ein Beispiel für den Umstand, dass der Akademie an der Digitalisierung und freien Zugänglichkeit von wissenschaftlicher Erkenntnis gelegen ist.

Auch das im S. Hirzel-Verlag erscheinende Mittelhochdeutsche Wörterbuch, dessen Arbeitsstelle von der Akademie finanziell und wissenschaftlich getragen wird, ist online verfügbar und sei ein Beispiel für den „lexikographischen Schwerpunkt“ der Projektarbeit, so Tangermann. Diese ziehe aber auch einen zusätzlichen Platzbedarf nach sich, der mit Landesunterstützung in der ehemaligen HNO-Klinik in der Geiststraße befriedigt werden soll.  Gegen Ende des kommenden Jahres sei der Einzug geplant.

Auch der Festvortrag Prof. Eckart Altenmüllers von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover orientierte sich an geisteswissenschaftlichen Perspektiven: Unter dem Titel „Musik als Sprache der Emotionen – ein Gesprächskonzert“ spürte der Musikmediziner unterschiedlichen Ästhetiken der musikalischen Affektumsetzung nach. Während die Musik des Barock mit der Affektenlehre einem strengen Kodex aus tonalen Gefühlsbeschreibungen gehorchte, zeichnete sich die Romantik durch eine starke Personalisierung und Individualisierung der Emotionen aus.

Die Zwölftonmusik des 20. Jahrhunderts habe schließlich durch eine Erweiterung der Tonalität und Klangfärbung neue Mittel gefunden, Gefühle musikalisch umzusetzen. Zusammen mit der Pianistin Elisabeth Brauß gab er für alle drei historischen Konzeptionen musikalische Beispiele an der Flöte.

Von Jonas Rohde

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