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Entwicklungsplan für Unicampus Nord

Mehr Attraktivität Entwicklungsplan für Unicampus Nord

Als „introvertiert, isoliert, monofunktional, unpraktisch“, beurteilen Stadtplaner Torsten Becker und Landschaftsarchitektin Elisabeth Lesche den Unicampus Nord der Universität Göttingen. Sie wollen das 110 Hektar große Areal zwischen Otto-Hahn-Straße und Bundesstraße 27 sowie der Robert-Koch-Straße im Westen attraktiver machen. Ihr Entwicklungsplan hat im August im Wettbewerb mit vier weiteren Vorschlägen eine Jury aus Mitgliedern der städtischen und universitären Bauabteilungen überzeugt. Am Mittwoch wurde er vorgestellt.

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Quelle: BS+

Hochschulleitung und Stadtverwaltung haben unterschiedliche Gründe, den nördlichen Campus zu verbessern. Universitätspräsident Prof. Kurt von Figura will Zugang und Gestaltung des Geländes verändern, weil es „von allen, die dort tätig sind, als defizitär empfunden wird.“ Etwa 5000 Menschen sind das. Stadtbaurat Thomas Dienberg will erreichen, das Uni-Areal mit den angrenzenden Siedlungsbereichen zu verbinden und die Orientierung zu verbessern.

So negativ die Attribute sind, die Becker vom Frankfurter Planungsbüro BS+ dem Nordcampus gibt, so optimistisch ist seine Prognose. Der Nordcampus hat Potenzial, um das viele andere Uni-Standorte Göttingen beneiden würden: Becker will den Bezug zur Landschaft herausarbeiten. Der Campus am Stadtrand im Grünen kann nach Meinung von Lesche (Büro el:ch in München) und Becker durch neue Sichtachsen gewinnen und soll an der Tammannstraße einen Platz erhalten, der „Menschen von außen in die Uni hereinführt“ – nicht nur Studierende und Uni-Bedienstete.

Funktionale Monostruktur

Und der neue Uniplatz soll im Südwesten übergehen in die „Lutterterrasse“, die als südliche Abgrenzung den Blick auf den Faßberg, die Lutter und den Neuen Botanischen Garten freigibt sowie auf neuem Weg die Nordmensa erreichen lässt. Generell sollen neue Wege das Gelände erschließen, um Fußgänger- und Autoverkehr neu zu ordnen.

In ihrem Leitbild 2020 hat die Stadtverwaltung schon im Jahr 2006 vorgegeben, „die funktionale Monostruktur im Universitätsbereich (insbesondere nördlicher Campus und Klinikum) wird aufgehoben. Es entstehen urbane Strukturen, die kurze Wege fördern und kommunikativ sind.“ Dieses Ziel soll mit dem Entwicklungsplan von BS+ und el:ch erreicht werden, auch wenn er nicht innerhalb eines Jahres umsetzbar ist, so Dienberg: „Das kann 20 Jahre dauern.“

Zeitgemäße Forschungsplätze

Langfristige Planung ist auch deshalb notwendig, weil alle Veränderungen nur dann passieren, wenn es zu Bauarbeiten auf dem Campus kommt, erklärt Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements. Er sieht erste Möglichkeiten im Rahmen des Neubaus für die Biologische Fakultät, dem Schwann-Schleiden-Zentrum, und für das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im nördlichen Campusbereich. Und die Lutterterrasse im Süden, die will Bolli schon bald „kenntlich machen“.

Das markante Eintrittsareal Uniplatz zu verwirklichen ist dagegen von Investoren abhängig. Sie sollen Gebäude finanzieren, in denen Firmen, die sich aus Uni-Instituten gegründet haben Platz bieten ebenso wie Hotel- oder Gastronomieangebote. Auch damit sollten „zeitgemäße Forschungsplätze für Wissenschaftler“ nach Ansicht von Becker ausgestattet sein. Ebenso ist neuer Wohnraum für Studierende vorgesehen. Dafür sind Flächen an der Lutterterrasse im Süden für das Studentenwerk reserviert. Und die Grünflächen zwischen den Uni-Gebäuden und drumherum sollen auch Raum bieten für sportliche Freizeit. Nach Ansicht von Lesche und Becker bietet der neue Nordcampus eines Tages folgendes: „Integriert, nach außen orientiert, mit der Stadtgesellschaft vernetzt, bietet Wissenschaftlern optimale Bedingungen“ –, wenn aus dem Plan Wirklichkeit wird.

Von Angela Brünjes

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