Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Vier Göttinger Forschungsprojekte in der Endrunde

Exzellenzstrategie Vier Göttinger Forschungsprojekte in der Endrunde

In der „Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder“ zur weiteren Stärkung der Spitzenforschung an den Hochschulen in Deutschland sind die ersten Entscheidungen gefallen: Vier Projekte der Georg-August-Universität Göttingen sind in die engere Wahl gekommen, teilte die Deutsche Forschungsgemeinschaft am Freitag mit.

Voriger Artikel
Funde in der Lichtensteinhöhle
Nächster Artikel
Göttinger Medizincampus in Braunschweig

Der Giebel des Aulagebäudes der Georg-August-Universität am Wilhelmsplatz in Göttingen.

Quelle: Alciro Theodoro da Silva

Bonn / Göttingen. Vier Projekte der Georg-August-Universität Göttingen haben die Endrunde der „Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder“ erreicht. Das teilte die Deutsche Forschungsgemeinschaft am Freitag mit, die die Initiative zur weiteren Stärkung der Spitzenforschung an den Hochschulen in Deutschland federführend organisiert.

Die Universität Göttingen hatte sich mit sechs Forschungsprojekten beworben und geht nun mit vier von diesen in die nächste Runde, für die sie bis Februar 2018 ausführliche Förderanträge abzugeben hat. Die Entscheidung über die am Ende erfolgreichen Cluster wird am 27. September 2018 mitgeteilt. Die Titel der Göttinger Projekte lauten nach DFG-Angaben: Primatenkognition – Informationsintegration in einer komplexen sozialen Welt, Konstruktionen des Religiösen, Multiscale Bioimaging: Von molekularen Maschinen zu Netzwerken erregbarer Zellen, LUSci – Integrative Landnutzungswissenschaften für nachhaltige Entwicklung. Zu der positiven Entscheidung der Gutachter, die die beiden Life-Science-Cluster unter Beteiligung der UMG in die Auswahl der Clusteranträge brachte, erklärte Prof. Heyo K. Kroemer: „Wir werden gemeinsam mit unseren Partnern vom Göttingen Campus unsere ganze Kompetenz und Energie einbringen, damit wir mit den ausgearbeiteten Förderanträgen auch in der nächsten Runde der Entscheidung, welche Exzellenzcluster künftig gefördert werden, erfolgreich sein werden.“ Der Vorstandsvorsitzende der UMG betonte, für die UMG habe die Entscheidung eine zusätzliche Bedeutung, „weil sie nachdrücklich die Notwendigkeit der baulichen Erneuerung der UMG unterstreicht, damit auf einem hochmodernen Medizin-Campus auch exzellente Bedingungen für exzellente Forschung entstehen können.“

88 von 195 Antragsskizzen

195 Antragsskizzen waren für den ersten Bewerbungsdurchgang zur Exzellenzstrategie in der Förderlinie Exzellenzcluster zu bewerten. Das auf Vorschlag der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrates (WR) von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) berufene internationale Expertengremium hat auf seiner Sitzung am 27. und 28. September in Bonn 88 Projekte für die Endrunde bestimmt.

Sie wurden aus insgesamt 195 Antragsskizzen ausgewählt, die bis Anfang April dieses Jahres von 63 Hochschulen bei der DFG – die gemäß der Verwaltungsvereinbarung von Bund und Ländern den Wettbewerb in der Förderlinie Exzellenzcluster durchführt – eingereicht und in den vergangenen Monaten in 21 international besetzten Panels nach wissenschaftlichen Qualitätskriterien begutachtet worden waren. www.dfg.de/exzellenzstrategie

„Wir sind stolz, das Expertengremium mit diesen Anträgen überzeugt zu haben“, erklärte Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel. „Dies eröffnet uns eine sehr gute Chance, dass wir am Wettbewerb ,Exzellenzuniversität‘ teilnehmen können, für den wir mit der langfristigen Strategie der Universität mit dem Göttingen Campus gut aufgestellt sind.“ Mit der Entscheidung beginne nun die nächste wichtige Arbeitsphase.

In den kommenden Monaten werden die Vollanträge für die vier Exzellenzcluster erstellt: Ziel des beantragten Clusters „Multiscale Bioimaging: von molekularen Maschinen zu Netzwerken erregbarer Zellen“ ist es, die strukturellen und die sich daraus ergebenden funktionellen Eigenschaften erregbarer Zellen in Herz und Hirn über mehrere Längenskalen hinweg zu verstehen. Hierzu sollen neue biophysikalische Verfahren, im Besonderen abbildende Methoden, entwickelt werden. Mit den gewonnenen Erkenntnissen sollen neuartige diagnostische und therapeutische Ansätze für Erkrankungen von Herz und Hirn ermöglicht werden. Sprecher des Vorhabens sind der Neurowissenschaftler Prof. Tobias Moser von der Universitätsmedizin Göttingen, die Chemikerin Prof. Claudia Steinem von der Universität Göttingen und der Molekularbiologe Prof. Patrick Cramer vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

Information und Konstruktionen

Ziel des beantragten Clusters „Primatenkognition – Informationsintegration in einer komplexen sozialen Welt“ ist das bessere Verständnis der Mechanismen, die dem Sozialverhalten und der Kognition von Menschen und nichtmenschlichen Primaten zugrunde liegen. Hierfür sollen von der Freiland-Forschung bis ins Labor mit innovativen Methoden Verhaltens-, Hormon- und neurophysiologische Daten von Individuen in sozialen Interaktionen erhoben und ausgewertet werden. Sprecherin des Vorhabens ist Julia Fischer, Professorin für Primatenkognition an der Universität Göttingen und am Deutschen Primatenzentrum, die von den Professoren Hannes Rakoczy, Annekathrin Schacht und Stefan Treue unterstützt wird.

Der beantragte Cluster „Konstruktionen des Religiösen“ zielt auf Grundlagenforschung zu Praktiken religiöser Grenzziehungen in verschiedenen historischen Perioden und kulturellen Kontexten. Untersucht werden Abgrenzungen religiöser und nicht-religiöser Sphären ebenso wie inter- und intrareligiöse Differenzen. Die enge Verschränkung globaler und transregionaler Forschung mit historischen Vergleichsperspektiven sowie eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit der Geistes- und Sozialwissenschaften sollen das Verständnis gegenwärtiger religiöser Rekonfigurationen befördern. Sprecher des Vorhabens sind der Religionssoziologe Prof. Matthias Koenig, die Historikerin Prof. Hedwig Röckelein und Prof. Ran Hirschl, Alexander von Humboldt-Professor für Komparativen Konstitutionalismus, von der Universität Göttingen.

Der beantragte Cluster „Integrative Landnutzungswissenschaften für nachhaltige Entwicklung (LUSci)“ verknüpft forst- und agrarwissenschaftliche Forschung und hat globale Probleme der Landnutzung vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern im Blick. Untersucht werden soll, wie Landnutzung nachhaltig betrieben werden kann. Dabei wird ein Spektrum von der Bodenzusammensetzung bis zu Klimaeinflüssen abgedeckt. Sprecher des Vorhabens sind der Forstwissenschaftler Prof. Edzo Veldkamp, der Agrarökonom Prof. Bernhard Brümmer und die Ökologin Prof. Kerstin Wiegand von der Universität Göttingen.

Von Angela Brünjes

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus