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Forscher aus Göttingen vollenden „Enzyklopädie des Märchens“ nach über 40 Jahren

Literaturwissenschaft Forscher aus Göttingen vollenden „Enzyklopädie des Märchens“ nach über 40 Jahren

Seit den 1970er Jahren arbeiten Göttinger Literaturwissenschaftler an einer «Enzyklopädie des Märchens». Die 14 Bände berücksichtigen Erzähltraditionen aus aller Welt. Mitherausgeber Hans-Jörg Uther beobachtet eine Renaissance von Schneewittchen, Rotkäppchen und Co.

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Das 14-bändige Werk "Enzyklopädie des Märchens" umfasst rund 10 000 Seiten und etwa 4000 Artikel von über 800 Autoren aus mehr als 60 Ländern.

Quelle: Swen Pförtner/dpa

Göttingen. So viel über Rotkäppchen, Schneewittchen und Co. wurde noch nie zusammengetragen: Nach mehr als 40 Jahren haben Göttinger Forscher eine einzigartige «Enzyklopädie des Märchens» fertiggestellt. Ende 2014 erschien der 14. Band des Nachschlagewerks, in diesem Jahr folgt noch ein Registerband. In ihren Artikeln beschränken sich die Autoren nicht auf die Klassiker der Brüder Grimm. «Uns interessieren die Unterschiede und Parallelen von Erzählungen in verschiedenen Kulturen», sagte Mitherausgeber Hans-Jörg Uther der Deutschen Presse-Agentur.

Das Forschungsprojekt wird zu gleichen Teilen von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und dem Bund finanziert. Im Keller des Kulturwissenschaftlichen Zentrums der Universitätsstadt lagert das Archiv der Arbeitsstelle «Enzyklopädie des Märchens» - es ist die Anlaufstelle für Märchenforscher aus aller Welt. Uther selbst hat 138 der knapp 4000 Artikel verfasst. Die Enzyklopädie ist das Lebenswerk des Literaturwissenschaftlers, der lange an der Uni Essen lehrte.

«Märchen haben heute ein so hohes Ansehen wie lange nicht», sagte der 70-Jährige. Viele in ihnen transportierte Werte seien über Jahrhunderte hinweg aktuell geblieben: «Die Märchen vermitteln zum Beispiel, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat. Häufig entwickeln sich die Unscheinbaren oder Außenseiter zu wahren Helden.»

dpa/lni

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