Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeschauer

Navigation:
Forschungspreis für Studie über Männerkrankheit Einschlusskörpermyositis

Stress im Muskel Forschungspreis für Studie über Männerkrankheit Einschlusskörpermyositis

Entzündung, Muskelabbau und Zellstress scheinen die Ursache für eine autoimmunentzündliche Muskelerkrankung zu sein, die vor allem Männer über 50 Jahre betrifft. Diese Einschlusskörpermyositis (Inclusion Body Myositis, IBM) hat Dr. Jana Zschüntzsch von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) untersucht.

Voriger Artikel
Anja Lipschik neue Gleichstellungsbeauftragte der UMG
Nächster Artikel
Göttinger Professor und Studenten im Gefängnis

Stramme Waden: Zeichen für gesunde Muskeln.

Quelle: dpa

Göttingen. Die Entstehung der Krankheit ist bei der IBM nur teilweise geklärt. Bisher mehren sich die Hinweise, dass ein Nebeneinander von Entzündung, Muskelabbau und Zellstress eine wesentliche Rolle spielt. Zum einen attackieren Entzündungszellen (T-Zellen) die Muskelfasern und schädigen diese zunehmend. Zum anderen kommt es zur Ablagerung von fehlgefalteten Eiweißen, wie zum Beispiel Beta-Amyloid.

Anzeichen für entzündliches Geschehen

Bisher unverstanden ist: Obwohl es deutliche Anzeichen für ein entzündliches Geschehen gibt, wirkt eine Behandlung mit sogenannten immunsupprimierenden Medikamenten, die die körpereigene Abwehr regulieren oder unterdrücken, nicht oder nur unzureichend. Der gestresste Muskel kommt nicht wieder „auf die Beine“.

Zschüntzsch, Assistenzärztin in der UMG-Abteilung Neurologie hat die bisherige Standardbehandlung untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass diese zwar die Entzündung im Muskel vermindert, aber keinen Einfluss hat auf die krankheitsbedingten typischen Eiweißablagerungen. Auch in Zellkulturexperimenten zeigte sich, dass die Wirkstoffe Immunglobuline (IgG) und Prednisolon die Entzündung, die Ablagerung von gefalteten Eiweißprodukten und die Auslösung von Zelltod in Muskelzellen vermindern, nicht aber den Stress in den Zellen um Stickoxid.

Neue Therapieansätze entwickeln

Die Studie trage dazu bei,  eine Erklärung für die unzureichende Wirkung von immunsuppressiven Arzneimitteln bei der IBM zu geben und könne somit helfen, neue Therapieansätze zu entwickeln, sagt Dr. Jens Schmidt, Leiter der Arbeitsgruppe Neuromuskuläre Erkrankungen in der UMG-Abteilung Neuroimmunologie. In Zusammenarbeit mit der Gruppe hat die 1978 geborene Ärztin die Forschungsarbeit durchgeführt. Zschüntzsch hat in Göttingen studiert und wurde hier 2007 promoviert.

Im klinischen Bereich ist sie Spezialistin für neuromuskuläre Erkrankungen. In der Grundlagenforschung befasst sie sich die vor allem mit Pathomechanismen entzündlicher Muskelerkrankungen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Gebiet der Muskeldystrophien. Die Ärztin erhielt für die Arbeit über Einschlusskörpermyositis den mit 2500 Euro dotierten Junior-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Spannende Ausbildungsplätze in Deiner Region warten auf Dich. Starte jetzt durch mit azubify ! mehr

Amnesty-Protest auf dem Campus