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Frühzeitig entscheiden: Wirtschaft oder Wissenschaft?

Graduiertenschule Frühzeitig entscheiden: Wirtschaft oder Wissenschaft?

"Berufliche Perspektiven und Anforderungen nach der Dissertation“ war das Thema im roten Saal der Sternwarte: rund 20 Promovierende der Graduiertenschule Gesellschaftswissenschaften und drei Gäste aus der Wirtschaft diskutierten die Chancen promovierter Berufseinsteiger und berichteten von ihren Erfahrungen.

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Diskussion in der historischen Sternwarte: Wirtschaftsvertreter berichten.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Das KMU-Netzwerk der Göttinger Graduiertenschule Gesellschaftswissenschaften fördert Austausch und Vernetzung zwischen kleinen und mittleren Unternehmen der Region und der Georg-August-Universität. Doktorandinnen und Doktoranden der Graduiertenschule soll dadurch der Weg in die Wirtschaft eröffnet werden. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Methodenwoche, die den Promovierenden Gelegenheit bietet, sich fakultätsübergreifend vor allem methodisch weiterzubilden, trafen nun Wirtschaft und Wissenschaft zum Austausch aufeinander.

In einer ersten Runde des Gesprächs hatten die drei eingeladenen Referenten zunächst Gelegenheit, ein eigenes Statement zu formulieren, anschließend hatten die Doktoranden dann die Möglichkeit, Fragen an sie zu richten. Dr. Frank Wilkes , Mitglied der Geschäftsleitung des Göttinger Unternehmens Sycor, machte den Anfang und meinte: „Problemlösungskompetenzen sind für Unternehmen oft wichtiger als die fachlichen Tätigkeiten.“ Für eine Bewerbung sei es gut, Netzwerke zu bilden und Kontakte zur Wirtschaft rechtzeitig aufzubauen. Der Vorteil einer Promotion sieht er unter anderem darin, dass die Wertschätzung von Aussagen im Unternehmen oft höher angesiedelt werden, als die der nicht Promovierten.

Ruf der Überakademisierung

Dr. Sebastian Melz , Partner der Kanzlei Vockenberg Schneehain Melz machte deutlich, dass während der Promotion noch einmal die Gelegenheit sei, wissenschaftlich zu arbeiten und riet jedem, sich auf jeden Fall „durchzubeißen“. Er wies auf die drohende Gefahr hin, die Promotion, wenn sie zu lange dauere, gar nicht zum Abschluss zu bringen.

Dr. Julian Voss , Geschäftsführer der Firma Agrifood Consulting sieht vor allem das selbständige Arbeiten, um Informationen zu verdichten und andere methodische Fähigkeiten als die Vorteile und Fähigkeiten, die Promovierte auszeichnet. Er wies aber auch darauf hin, dass man als Promovierter in der Wirtschaft schnell den Ruf habe, überakademisiert zu sein.

Einig waren sich alle drei darin, dass sprachliche Kompetenzen sehr wichtig sind und, dass es gut ist, sich frühzeitig zu überlegen, in welche Richtung es nach der Promotion gehen soll – Wissenschaft oder Wirtschaft. Besondere fachliche Kompetenzen, praktische Erfahrungen und sogenannte „Softskills“ seien letztlich die Möglichkeit, sich von möglichen Mitbewerbern zu unterscheiden.

Von Indra Hesse

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