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Gelehrte Gesellschaften und ihre Ursprünge

Ausstellung Gelehrte Gesellschaften und ihre Ursprünge

Als Erziehungsinstitut für die Professoren“ wollte Gründungspräsident Albrecht von Haller die 1751 gegründete Akademie der Wissenschaften zu Göttingen verstanden wissen. Einer seiner Nachfolger, Rudolf Smend sen., sah in der Akademie mehr ein „Werbungsinstitut für die Universität“.

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Lichtenberg-Figuren: Exponate der SUB-Ausstellung.

Quelle: Heller

Auf jeden Fall wäre es in Göttingen ohne Universität sicher nicht zur Gründung einer gelehrten Gesellschaft gekommen, ist Prof. Werner Lehfeldt überzeugt. Andernorts, so in Berlin, sei es häufiger der Fall gewesen, dass die Akademien vor den Universitäten gegründet wurden, erklärte der Vizepräsident der Göttinger Akademie. Er sprach zur Eröffnung der Ausstellung „,Ein Academiste muß erfinden‘ – Ursprung und Anfänge der gelehrten Gesellschaften“ in der Niedersächsischen Staats- Universitätsbibliothek in der Paulinerkirche.
Bedeutende europäische Akademien, ihre Gründer und Mitglieder sind ebenso Thema wie die Forschungsfelder von Galileo Galilei, Isaac Newton oder Gottfried Wilhelm Leibniz. Mehr als 150 Exponate sind zusammen gekommen. Alle stammen aus den Beständen der Universität, der SUB, oder der Akademie. „Die Gründungsgeschichte der gelehrten Gesellschaften beginnt im Italien der frühen Neuzeit. Dort erinnerte man sich mit dem Studium der Schriften griechischer Gelehrter an das antike Vorbild, die platonische Akademie“, so Klaus Hübner, Geschäftsführer der Lichtenberg-Gesellschaft, der die Ausstellung konzipiert hat.

Etliche Exponate zeigen Handschriften und Versuchsaufbauten des Göttinger Experimentalphysikers und Philosophen Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799). Auf dessen England-Aufenthalte gehen auch die diversen Kupferstiche von William Hogarth (1697-1764) in der Ausstellung zurück, der die damalige englische Gesellschaft in drastisch zu charakterisieren wusste.

Wachsen der Erkenntnis

Dass viele Lichtenberg-Stücke zu sehen sind, liegt an dem Anlass der Ausstellung: Sie begleitet die Eröffnung des Lichtenberg-Kollegs der Universität Göttingen (Tageblatt berichtete). Das soll herausragenden Wissenschaftlern Freiraum für konzentriertes Forschen und den interdisziplinären Austausch über neue Forschungsideen insbesondere in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften bieten. Wie die Akademien haben sich die Kollegs seit der Gründung des ersten in Princeton im Jahr 1930 ebenfalls zu typischen Institutionen der Wissenschaftspflege entwickelt.

Dem ersten Präsidenten der Göttinger Akademie Haller (1708-1777) sei es wichtig gewesen, dass die Akademie „das Vermehren der Wissenschaft, das Wachsen der Erkenntnis“ zum Ziel habe, so Lehfeldt. Und auch der Haller-Satz „Eines Gelehrten Münze ist die Zeit“ habe immer noch Bestand. Und Zeit sei heute für Wissenschaftler noch kostbarer. Im Lichtenberg-Kolleg soll sie bis zu neun Wissenschaftlern über bis zu zehn Monaten zur Verfügung stehen. Damit bieten Lichtenberg-Kolleg wie die Akademie Freiraum und fordern Erkenntnisse und sind so beide Orte für gelehrte Gesellschaften.

  • Die Ausstellung „,Ein Academiste muß erfinden‘ – Ursprung und Anfänge der gelehrten Gesellschaften“ ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr in der Paulinerkirche, Papendiek 14, geöffnet. www.paulinerkirche-goettingen.de.
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