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Zwischen Wüste und Hochgebirge

Ausstellung zum Leben an der nördlichen Seidenstraße Zwischen Wüste und Hochgebirge

Das heutige Leben an der nördlichen Seidenstraße dokumentiert eine Fotoausstellung, die am Dienstag im Kulturwissenschaftlichen Zentrum der Universität Göttingen, Heinrich-Düker-Weg 14, eröffnet worden ist. Bis zum 7. Mai 2017 sind dort Aufnahmen aus dem Alltagsleben und von der kargen Landschaft zu sehen.

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Dichtes Gedränge auf einem Viehmarkt.

Quelle: r

Göttingen. Dichtes Gedränge herrscht auf dem Viehmarkt. Ein traditioneller Apotheker aus dem Turkvolk der Uiguren verkauft Schlangenhäute und Hirschgeweihe. Frauen bieten Joghurt an. Das türkische Wort für diese Speise hat es bis ins Deutsche geschafft. In einem Hinterhof stehen Hammel, die zum muslimischen Opferfest geschlachtet werden sollen. An Billardtische auf der Straße spielen Männer. In einem mongolischen Restaurant hängt der Schädel eines Stiers, des Reittiers von Totengott Yama.

Johannes Reckel von der Göttinger Universitätsbibliothek hat das Leben in der chinesischen Provinz Sinkiang, durch die die nördliche Seidenstraße zwischen Wüste und Hochgebirge verläuft, mit dem Fotoapparat dokumentiert. Der Fachreferent für altaische, paläo- und ostasiatische Sprachen und Kulturen bereist die Region seit Jahren. Einige Bilder der Ausstellung stammen von Ablet Semet, der in Göttingen im Fach Turkologie promoviert wurde und heute in Berlin forscht, sowie vom uigurischen Dichter Mujibal Rahman, den Reckel von seinen Reisen kennt.

„Ein Netz von Handelsstraßen, die von China durch Zentralasien bis zum Mittelmeer führen, bilden die Seidenstraße“, erläuterte Reckel bei der Eröffnung. Den Begriff habe der deutsche Geograf Ferdinand von Richthofen 1877 geprägt. Der Wissenschaftler sei zehn Jahre lang in China unterwegs gewesen und habe seine Beobachtungen in einem fünfbändigen Werk festgehalten.

„Seide ist seit der Antike Chinas symbolträchtigstes Exportgut gewesen“, führte Reckel aus. Bereits 1000 vor Christus hätten Chinesen Seidenraupenspinner gehalten. Auch nachdem die Kenntnis der Seidenraupenzucht im 6./7. Jahrhundert nach Europa gelangt sei, habe China seine Seidenstoffe aufgrund höherer Qualität ausführen können.

„Die Chinesen haben den für sie wichtigen Handel auf der Seidenstraße nie kontrolliert“, führte der Fachreferent aus. Sie seien allerdings im zweiten vorchristlichen Jahrhundert bis ins Tarimbecken im heutigen Sinkiang vorgestoßen. Damals habe das von ihnen vertriebene Volk der Hsiungnu dort die Handelsroute blockiert. Die Chinesen hätten entlang der Grenze zur Wüste Garnisonen angelegt und die Region seither mal mehr, mal weniger stark kontrolliert. Seit dem Jahr 850 lebten dort die Uiguren, die von einem anderen Turkvolk, den Kirgisen, aus der Mongolei vertrieben worden seien. Bis ins 16. Jahrhundert zog sich die Islamisierung der buddhistischen Uiguren hin.

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